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Zwischen Begeisterung und Abscheu

Fürs Tagebuch vom Wochenende fange ich am besten ganz hinten an, denn das war auch gleich das schönste Erlebnis der letzten beiden Tage. Gestern Abend waren wir wieder bei einer Premiere im Erfurter Theater: Simon Boccanegra, eine halbszenische Oper. Das Format lässt sich kurz als Verdi 2.0 beschreiben. Das Orchester sitzt um die Handlung herum und füllt den Raum mit Musik. Die verschiedenen Akte werden szenisch verbunden, den Text kann man dabei oben mitlesen.
Es geht um Politik – also Bestechung, Manipulation, Intrige, Putsch, Vergiftung, Mord und Totschlag – das ganze Programm. Die Handlung beginnt vor zweihundert Jahren und endet mit einer „Live-Schaltung“ ins Parlament. Hinterher gab es tosenden Applaus für alle, aber ganz besonders für den Hauptdarsteller, den Bariton Kartal Karagedik. Er stammt aus der Türkei, wurde 1984 in Izmir geboren.
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Gute Debatten über „Parteien und Ausländer“

„Parteien und Ausländer“ hieß ein Symposium des Instituts für deutsches und internationales Parteienrecht und Parteienforschung in Düsseldorf, bei dem ich am Samstag zu Gast war. Leider war mein Terminkalender so voll, dass ich den ersten Veranstaltungstag, den Freitag, verpasst habe. Dadurch konnte ich vor der Podiumsdiskussion, bei der ich selbst Mitdiskutant war, nur ein Panel verfolgen, in dem es um parteinahe Einwandererorganisationen ging. Das war aber umso spannender und es war interessant zu hören, welche Namen da für DIE LINKE als maßgeblich genannt wurden.
In der Podiumsdiskussion ging es dann um die Frage nach einer Reform der Partizipationsmöglichkeiten für ausländische Mitbürger. Mit mir diskutierten die Landesvorsitzende der Grünen in NRW, Monika Düker; der innenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW, Michael Hartmann und Dr. Joachim Stamp sowie Günter Beckstein und Armin Laschet. Ein spannende Runde, aber 90 Minuten für sind für sechs Leute auf dem Podium eine relativ knappe Zeit.
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Singen oder nicht singen, das ist hier die Frage
Gestern bei der Gedenkstunde zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald waren auch ehemalige Häftlinge anwesend und einer von ihnen hat für einen besonders berührenden Augenblick gesorgt. Als wir da auf dem Appellplatz standen, wurde über die Lautsprecher das Buchenwaldlied abgespielt, allerdings nur die erste Strophe. Und als die Musik aus dem Lautsprecher verstummte, hörte man weiter die Stimme eines Mannes, der zwar sehr alt ist und im Rollstuhl sitzt, aber der die Kraft hat, die zweite Strophe so zu singen, dass er über den ganzen Platz zu hören ist.
Ein eindrucksvoller Moment, denn es war zu spüren, wie viel Bedeutung dieses Lied für die Überlebenden des Leids hat – auch heute nach 68 Jahren. Es hat mich aber auch gefreut, dass wieder viele junge Menschen an der Gedenkveranstaltung teilnahmen. Das ist auch ein Beleg für die gute Arbeit, die in der Gedenkstätte unter Leitung von Prof. Knigge geleistet wird.
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Wie kommt die Energie durchs Land?

Nein, ich bin während meiner Wochenend-Tour nicht verloren gegangen. Die neue Woche begann nur gleich mit so vielen Terminen, dass ich erst jetzt dazu komme, ein paar Sätze fürs Tagebuch aufzuschreiben.
Am Montag war ich beim Neujahrsempfang der Architekten- und Ingenieurkammer. Dort lauschte ich einem Vortrag zur Energiewende. Es ging auch um die Konsequenzen für das ganze Stromnetz und darin verpackt war natürlich reichlich Werbung für die 380-kV-Leitung quer durch Thüringen. Da der Vortragende der verantwortliche Planer genau dieser Trasse ist, kam das nicht überraschend. Ich fand es aber schade, dass er die neuen Varianten der HGÜ-Technik nicht einmal erwähnte. Also hab ich ihn nach seinem Vortrag darauf angesprochen.
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Schritt für Schritt
Das Schöne an Umzugskartons ist, dass man alles reinpacken kann. Nicht so schön ist, dass es hinterher, in der neuen Wohnung, alles wieder ausgepackt werden muss. Trotzdem ist das Schlimmste wohl überstanden, denn die Möbel sind heil vom alten ins neue zuhause gekommen. Der Rest wird jetzt auch noch – früher oder später ;o). Der letzte Umzug war übrigens vor fast genau vier Jahren. Im November 2008 ging es – es ist im Tagebuch festgehalten – von Berlin nach Thüringen. Nun wechseln wir nur noch innerhalb der Landeshauptstadt die Bleibe.
Richtig schön war am Samstagabend die Aufführung des Musicals „Step by Step – Sauwa Sauwa“ im evang. Ratsgymnasium. Es ist die Geschichte von jüdischen und arabischen Jugendlichen, die sich bei den Proben für ein Musical Schritt für Schritt kennen und verstehen lernen. Und die Darsteller sind selbst jüdische und arabische Jugendliche aus Israel, die während ihres Aufenthaltes in Erfurt bei Gasteltern aufgenommen wurden.
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