Zur Zeit wird gefiltert nach: Hartz IV
Viele schreckliche Erinnerungen

Der 26. April ist wirklich denkwürdig, denn es ist der Jahrestag von gleich drei Katastrophen, die mich alle auf eigene Art berühren. Im Jahr 1937 hat an diesem Tag die deutsche Legion Condor in den spanischen Bürgerkrieg eingegriffen und die baskische Stadt Guernica zerstört. Es war ein so furchtbarer Angriff, der gar nichts mit dem Ausgang des Krieges zu tun hatte, sondern die deutsche Tötungsmaschinerie wurde getestet. Und als ob das nicht schlimm genug war, wurden die Opfer mit ihrem Leid allein gelassen, während die Piloten der Legion Condor in der Bundesrepublik noch ihre Einsatzzeit in Spanien für die Rente angerechnet bekamen.
1986 dann die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die auch so unendlich viel Leid gebracht hat. Ich kann mich noch gut an die Tage vor dem 1. Mai erinnern, wie ich meine Söhne fast panisch ins Haus geholt habe, weil es anfing zu regnen. Inzwischen haben wir auch noch den traurigen Beweis erhalten, dass sich ein solches Unglück jederzeit wiederholen kann, solange es Kernkraftwerke gibt.
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Unter welcher Flagge?

Als ich gestern Abend nach Hause gekommen bin, ging grade „Neues aus der Anstalt“ los und ich höre Andreas Rebers fragen: „Piraten, war das Euer Ziel?“ Dazu ein Bild von Angela Merkel als Kate Winslet auf der Titanic. Satire kann so wunderbar treffend sein.
Für mich war es besonders aktuell, weil ich gerade von einem Treffen mit Thüringer Piraten in Jena kam. Es war ein gutes Gespräch aber auf eine wichtige Frage fand ich auch dort keine Antwort: Warum können die Eisenacher Piraten sich nicht zu einer Unterstützung für Katja Wolf durchringen? Wollen die echt lieber den CDU-Kandidaten als eine junge, offene Oberbürgermeisterin von der LINKEN? Warum nicht Katja Wolf, liebe Wartburgpiraten?
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Senf für Jauch, Mindestlohn für alle

- Quelle: www.born-feinkost.de
Es gibt Dinge, die kann man sich nicht vorstellen, bevor sie passieren. Letzte Woche zum Beispiel hätte ich nicht gedacht, dass diese Woche fünfmal mehr Leute auf meine Internetseite kommen als sonst, weil sie bei Google nach „Born Senf“ und „Ramelow“ gesucht haben. Klingt komisch, ist aber so. Insofern hat es sich also gelohnt, dass ich bei Günther Jauch meinen Senf dazu gegeben haben.
Gestern wollte dann noch „Bild“ von mir wissen, ob Herr Jauch eigentlich nach der Sendung sauer war und ob der nicht auch zu viel verdient, usw. Ich finde es geht nicht darum wie viel der einzelne Herr Jauch oder die einzelne Frau Merkel am Monatsende mit nach Hause nimmt. Man kann an Einzelbeispielen immer schön plakativ diskutieren – haben wir ja bei Herrn Wulff auch zur Genüge gemacht. Entscheidend ist aber, dass in unserer Gesellschaft die Schere zwischen sehr kleinen und sehr großen Einkommen immer weiter und immer schneller auseinander geht. Das müssen wir politisch angehen und die Aufregung über den Einzelfall überwinden. Wenn jede und jeder in diesem Land von seiner Arbeit auch gut leben könnte – mit einem Mindestlohn von zehn Euro – dann wäre mir auch egal, wie viel Herr Jauch für seine Sendung bekommt.
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Der Bundespräsident muss einen und nicht spalten.

Ein Tag, ein Thema. Na nicht ganz, aber der Montag war doch sehr stark geprägt von der anstehenden Bundespräsidentenwahl. Zu den fünf Punkten, die ich gestern hier aufgeschrieben habe, warum Joachim Gauck nicht mein Kandidat sein kann, sind noch zwei weitere dazu gekommen: Er spricht Wikileaks das Recht ab, Dokumente zu veröffentlichen und unterstützt gleichzeitig die Vorratsdatenspeicherung. Und schließlich hat er einen Staatsakt für die Opfer des Nazi-Terrors abgelehnt.
So habe ich nun für jeden Tag der Woche einen guten Grund, mich nicht mit der Nominierung von Joachim Gauck zufrieden zu geben. Es wäre gut, wenn es neben Herrn Gauck eine Kandidatin oder einen Kandidaten gäbe, die oder der wirklich die gesamte Gesellschaft repräsentieren kann – ohne Pauschalurteile über vermeintliche Hartz-IV-Empfänger in Hängematten. Jemand, der eint und nicht spaltet.
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Lattenzaunkampagne

Lattenzaunkampagne – sagt Friedrich Schorlemmer heute im Radio, als es einen Beitrag zur neuen Dachmarkenkampagne der Luther-Dekade gibt. Zumindest Schorlemmer meint, man müsse nun nicht nur Events aus Luther machen, sondern sich dem Kern der Reformation nähern. Was sagen uns Luther und die Reformation heute, statt wie vermarkte ich eine Kampange, vor allem, wenn sie sich wie Dachlatte oder Lattenzaun anhört. Ah, Dachlatte und Holger Börner in Hessen, da war auch mal was. Joschka Fischers Aufstieg hing mit dieser Dachlatte zusammen. Später dann waren es Schröder und Fischer, die Hartz IV, Leiharbeit und steuerfreie Veräußerung von "stillen Reserven" aus den Aktienbilanzen ermöglicht haben. Tja, die Dachlatte heute in der Hand von Hartz IV-Betroffenen, was würde Holger Börner da sagen? Ich sage "keine Gewalt", obwohl die sozialen Verhältnisse gewaltig sind, jedenfalls gewaltig ungerecht. Es ist Reformationstag und ich bin in Berlin, wo nun genau dieser Tag kein Feiertag ist. Ich genieße die Ruhe und lese beim Frühstück mal ausführlich Zeitung. Das Radio läuft und Erstaunliches tut sich.
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