Letzte Aufgaben als Parteivorstandsmitglied

Das Parteitagsprogramm beginnt schon am Freitag vor der Eröffnung des Parteitags mit dem üblichen Pressegespräch und einer Sitzung des Bundesvorstands. Da ich nicht wieder kandidiere, ist es für mich zugleich die letzte Parteivorstandssitzung und ich möchte allen für die gute Zusammenarbeit danken. Wie seit längerem bekannt, kandidiert auch Dietmar Bartsch nicht wieder für das Amt des Bundesgeschäftsführers und er hat sich für seinen Abschied etwas Besonderes einfallen lassen. Er verteilt an alle noch einmal Aufgaben, die etwas mit unserer Arbeit der letzten Jahre zu tun haben. Für mich hat er eingeplant, dass ich mich auf dem Parteitag um die Gastdelegation des Zentralrats der Armenier kümmern solle. Da die anderen ähnlich passende Arbeitsaufträge erhalten, spare ich mir einen Einspruch und freue mich über die gelungene Ironie.
Die Wahlhandlungen werfen auch ihre Schatten voraus und im Laufe des Tages sind kleinere Irritationen spürbar. In manchen Landesverbänden gibt es Diskussionen darum, wieso andere Landesverbände Vorschläge für den Bundesvorstand gemacht haben. Ich bleibe dabei, dass ich das für ein völlig legitimes Verfahren halte, denn so ist gewährleistet, dass die Kandidatinnen und Kandidaten vom Kreisverband über das Land auch die volle Unterstützung für ihre Bewerbung haben. Um eine gewisse Führungskultur zu entwickeln, brauchen wir auch ein Mindestmaß an Planung. Wie der Parteitag damit umgehen wird, werden wir am Wochenende sehen.
Am Abend sitzen wir im Hotel mit unserer Thüringer Delegation zusammen, um uns über die letzten Entwicklungen auszutauschen. Leider muss ich erleben, dass mein Anzug – wie schon vor zwei Wochen im Bundestag – Speisen und Getränke magisch anzuziehen scheint. Die Cola, die eigentlich für meinen Tischnachbarn gedacht war, wird großflächig auf mir verteilt. Als ich das per Twitter im Internet bekannt mache, kommt von einem SPD-Genossen gleich die Rückfrage, ob es denn Afri‑, Coca- oder Vita-Cola war. Ich kann nur antworten, dass es nicht auf die Marke sondern allein auf den Inhalt ankommt.