Wieder da

Das nebenstehende Foto soll belegen, dass ich während unseres Kurzurlaubes in Italien tatsächlich auch den Weg nach Canossa gegangen bin. Falls ich zukünftig einmal in eine verzwickte Situation geraten sollte, kann ich nun immer darauf verweisen, dass ich den Gang nach Canossa schon hinter mit habe.

Neben diesen schönen Erlebnissen gab es in Italien auch einige bittere Momente, nämlich beim Schauen der Fernsehnachrichten. Am Karfreitag kam die Meldung, dass drei unserer Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen sind und am nächsten Tag wurde bekannt, dass durch sogenanntes „friendly fire“ auch fünf afghanische Soldaten getötet wurden. Meine Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen der Opfer. Ich finde es aber widerlich, wenn jetzt Stimmen laut werden, dass diese Todesfälle mit besserer Ausstattung der Bundeswehr hätten vermieden werden können. Wenn es nur ein „robustes“ Mandat wäre, hätte es anders kommen können. Das stimmt nicht. Die Bundeswehr befindet sich in einem Kriegseinsatz und in Kriegen werden Menschen verwundet und getötet. Aufrüstung auf der einen Seite führt auch zu Aufrüstung auf der anderen Seite. Die Bundeswehr muss aus Afghanistan abziehen. Nur so kann vermieden werden, dass sich die Schraube der Gewalt immer weiter dreht.

Ebenfalls wenig erfreulich sind die Meldungen aus dem Vatikan. Das bezeichnet ein Kardinal die Diskussionen um die Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe gegen die katholische Kirche als „Geschwätz“. Damit büßt die Kirche in ihrem „Kerngeschäft“ weiter ein: es mangelt an Glaubwürdigkeit! Wenigstens weiß man jetzt, woher der Ausdruck Kardinalfehler kommt.

Die zwölf Stunden Autofahrt zurück nach Deutschland lassen auch viel Zeit zum Radio hören. Als wir uns den heimischen Gefilden nähern, höre ich beim MDR, dass der Sternmarsch der Gegner der 380-KV-Leitung ein voller Erfolg war. Unsere Petra Enders wird mit einem O‑Ton gebracht, in dem sie Mut macht, den Widerstand gegen die Monstertrasse nicht aufzugeben. Da kann ich ihr nur zustimmen.