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    Wolle mer se beobachte?

    Der Mittwoch ist wieder gut mit Terminen gefüllt. Los geht es mit der Fraktionssitzung, wo wir u.a. die letzte Plenarsitzung auswerten und planen, wer im Februar zu den Anti-Nazi-Protesten nach Dresden fährt. Wir wollen eine Liste mit allen Namen zusammenstellen, damit wir sie gleich komplett an den Verfassungsschutz übermitteln können ;o). Nee, eigentlich, wollen wir den Genossinnen und Genossen in Dresden Bescheid geben, wen sie alles erwarten können.

    Nach dem Mittag bin ich bei der Eröffnung der Foto-Ausstellung „Fremde werden Freunde – Gesichter“ im Foyer des Landtags dabei. Fremde werden Freunde ist ein Projekt, bei dem ausländische Studierende mit deutschen Paten zusammengebracht werden.


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    1. Februar 201214:24

    Schöner Dienstag

    Der normale Dienstag sieht bekanntlich so aus, dass ich von einer Sitzung in die nächste renne und das ist nicht immer so richtig lustig. Dieser Dienstag war ein bisschen anders, zwar nicht ohne Sitzungen, aber auch mit einer sehr informativen Fachkonferenz zum Thema Arbeitsrecht und einem äußerst gelungenen Neujahrsempfang am Abend.

    Bei der Tagung am Vormittag ging es darum, den Bereich Arbeitsrecht einmal in Gänze in den Blick zu nehmen. Dazu gehören so grundsätzliche Fragen wie die nach dem möglichen Nutzen einer Verankerung des Rechts auf Arbeit im Grundgesetz, aber auch viele Einzelpunkte, die eine Rolle spielen, wenn man sich mit der Stärkung von Arbeitnehmerrechten befasst. Die Diskussionen dazu fand ich hochqualitativ, was nicht zuletzt an den kompetenten Gästen lag – Richter und Rechtsanwälte, Personal- und Betriebsräte, Vertreter der Agentur für Arbeit und von Arbeitsloseninitiativen. Das einzige, was ich mir noch wünschen würde, ist dass sich die Gewerkschaften noch stärker in diesen Diskussionsprozess einbringen.


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    31. Januar 201218:29

    Montag – Berlintag

    Mal wieder ein Wochenbeginn in Berlin, denn im Karl Liebknecht Haus gibt es eine Zusammenkunft, bei der das Thema Kommunikation beraten werden soll. Kommunikation im weiteren und im engeren Sinne, auch digital – wir besprechen alles, was uns zum Thema einfällt, um die einzelnen Bereiche dann noch einmal konkret zu hinterfragen.

    Anschließend habe ich ein Gespräch mit Edgar Most, der bis 1990 letzter Vizepräsident der DDR-Staatsbank war und dann in den neunziger Jahren im Vorstand der Deutschen Bank saß. Er ist gebürtiger Thüringer, kommt aus einer Bergarbeiterfamilie und so ist der Kali-Bergbau auch eines unserer Gesprächsthemen. Natürlich reden wir auch über die Wirtschaftsentwicklung – regional und global – und besprechen, welche Schritte unternommen werden müssten, um das Wirtschafts- und Finanzsystem ins Lot zu bringen. Dass es nicht funktionieren kann, wenn die Summen, mit denen an den Finanzmärkten spekuliert wird, den realen Wert der Wirtschaftsgüter auf der Welt um ein Vielfaches übersteigen, hat Edgar Most schon 2009 in einem Interview mit der TAZ gesagt, dessen Lektüre ich nur empfehlen kann, auch wenn es nicht mehr ganz druckfrisch ist.


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    30. Januar 201212:22

    Verlierer und Gewinner

    Eine große Ehre wurde mir am Samstag zu teil: Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben erklärt mich zum „Verlierer des Tages“, weil ich mich zur Entkriminalisierung von Cannabis-Konsum geäußert habe. Eigentlich wollte ich mich dafür gleich beim Chefredakteur Kai Dieckmann bedanken, aber als ich ihn anrufen wollte, ging nur die Mailbox ran. Das war mir dann irgendwie nix.

    Aber im Ernst: Es ist an der Zeit, offen über Änderungen in der Drogenpolitik zu sprechen. Die Kriminalisierung hilft nur den mafiösen Strukturen, eine Abschreckung wird damit nicht erzielt. Wenn man kontrollierte Abgabe mit Aufklärung verbindet, würde viel mehr erreicht, als wenn man das Geschäft in den Händen von Dealern lässt. Im Blog von Jakob Jung sind zahlreiche Informationen über die Legalisierung von Cannabis gesammelt, die Lektüre kann ich sehr empfehlen.


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    Lehren ziehen, immer aufs Neue!

    Beeindruckendes Gedenken prägt diesen 27. Januar. Im Landtag ist Ottomar Rothmann zu Gast, der als Buchenwald-Überlebender die letzten 67 Jahre unermüdlich über den Horror in den Konzentrationslagern berichtet hat, damit der Schwur „Nie wieder!“ lebendig bleibt. Tagebuchleser wissen ja, dass wir ihn Ende November anlässlich seines 90. Geburtstags mit einer Veranstaltung geehrt haben. Auch jetzt wird in seiner Rede vor dem Plenum deutlich, dass es eben nicht nur um die Vergangenheit geht, sondern darum die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen. Ich kann nur hoffen, dass alle, die in den letzten Wochen und Monaten antifaschistischen Protest zu kriminalisieren versuchten, sehr gut zugehört haben.


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