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Ein unbeugsamer Geist

13. Mai 2019
Bodo Ramelow Kirche und Religion

Jacob Schröter
09/05/2018 - Erfurt: Die Überreichung der Bundesverdienstorden durch den Thüringer Ministerpräsident, Bodo Ramelow (DIE LINKE), am 9. Mai 2018 in der Thüringer Staatskanzlei. Der Thüringer Ministerpräsident, Bodo Ramelow (DIE LINKE), zeichnet Dr. Heino Falcke aus Erfurt für seine großen Verdienste um die Demokratie mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschlandaus aus. / _________________ Foto: Jacob Schröter (017623787412)

Am 12. Mai wurde Altpropst Heino Falcke 90 Jahre alt. Im vergangenen Jahr konnte ich ihm das Bundesverdienstkreuz überreichen und am Samstag gemeinsam mit vielen anderen Gästen seinen Geburtstag feiern und begehen.

Heino Falcke ist eine herausragende Persönlichkeit, die die Evangelische Kirche in der DDR geprägt hat, wie kaum jemand anderes. Ob in der Friedensarbeit oder auch in der Auseinandersetzung mit dem Thema "Christen im Sozialismus". Immer hat er Stellung bezogen und Haltung bewiesen.

Sein Text:  „Christus befreit – darum Kirche für andere“ mag beispielhaft dafür stehen. Eine schöne Würdigung seines Lebens ist in "Glaube und Heimat" nachzulesen.

Ich will hier meinen Text veröffentlichen, die ich für die Festschrift zum 90. Geburtstag von Heino Falcke geschrieben habe:

Anmut sparet nicht noch Mühe…

09. Mai 2019
Bodo Ramelow Texte

Ab und an ahne ich schon in dem Moment, in dem ich ein Interview gebe, dass die eine oder andere Aussage für Wirbel sorgen könnte aber was passiert, wenn ich die Frage stelle, ob nicht die Nationalhymne auch sinnstiftend sein müsste und darauf hinweise, dass aus meiner Sicht, die jetzige Hymne womöglich in dieser Hinsicht Schwächen hat, das hätte ich mir nicht vorstellen können. Seit heute morgen werden meine Social Media Kanäle bombardiert von Menschen, die meinen mir mitteilen zu müssen, dass eine Debatte darüber der nächste Schritt sei, Deutschland abzuschaffen.

Für die Interessierten zunächst nochmals die Antwort auf die Frage der „Rheinischen Post“:

„Eine Bilanz zu 30 Jahre Mauerfall: Welche Errungenschaften der DDR wurden Ihrer Ansicht nach vom Westen zerstört und fehlen jetzt?

Antwort: Das beginnt schon bei der Nationalhymne. Die verfassungsgebende Runde Tisch der DDR hatte vorgeschlagen, auf beide bestehenden Hymnen zu verzichten und gemeinsam eine neue zu wählen – nämlich die Kinderhymne von Brecht. Das wurde abgelehnt. Jetzt diskutieren wir darüber, ob Björn Höcke von der Thüringer AfD die erste Strophe unserer Hymne mitgesungen hat oder nicht, in der es um den von den Nazis missbrauchten Text geht, den Hoffmann von Fallersleben 1841 geschrieben hat. Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden. Viele Ostdeutsche singen die Hymne aber nicht mit und ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt.“

Ich bin Kandidat...

08. Mai 2019
Bodo Ramelow Wahlen

Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben: am 27. Oktober diesen Jahres wählt der Freistaat Thüringen einen neuen Landtag. 88 Plätze gibt es dabei zu vergeben. Die Hälfte der Sitze wird anteilig über die Landeslisten verteilt. Aber die übrigen 44 Plätze sind für die Abgeordneten die als Direktkandidatinnen und –kandidaten in den Wahlkreisen antreten.

Im Moment stellen die Parteien ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl auf, sowohl in den Wahlkreisen als auch für die Landeslisten. DIE LINKE wird ihre Landesliste am 22. und 23. Juni in Arnstadt wählen und dort werde ich mich selbstverständlich um die Spitzenkandidatur meiner Partei bewerben, den mein Ziel für die Landtagswahl ist klar: Ich möchte die Koalition von LINKEN, SPD und Bündnis 90 / Die Grünen fortsetzen und Ministerpräsident dieses Landes bleiben, zumal auch bei der letzten Befragung eine Mehrheit der Menschen in unserem Land mit meiner Arbeit zufrieden ist.

Eine BUGA ist mehr als nur Blümchen

01. Mai 2019
Bodo Ramelow Politik

In der vergangenen Woche war ich einen Tag lang in Baden-Württemberg unterwegs. In Mannheim sprach ich zu den Menschen auf dem Paradeplatz und in Heidelberg habe ich die Arbeit der Thüringer Landesregierung präsentiert und über die Fallstricke, aber auch die Genugtuung linker Regierungsbeteiligung gesprochen.

Mein ganz persönliches Highlight fand aber bereits am Vormittag statt. Nach einer Veranstaltung auf dem Marktplatz von Heilbronn durfte ich gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt, Herrn Harry Mergel und dem BUGA-Geschäftsführer Herrn Hanspeter Faas das Gelände der Bundesgartenschau mitten in Heilbronn besichtigen.

Und ich war begeistert, von dem, was ich da zu sehen bekam. Schon die Lage ist etwas Besonderes. Heilbronn liegt am äußeren östlichen Ende der Region namens Kraichgau im nördlichen Württemberg, mitten zwischen sanften Hügeln, die in dieser Gegend den Neckar, die Lebensader der Region, einhegen. Hier gedeihen die Weintrauben, die am Ende zum berühmten Trollinger oder Lemberger verarbeitet werden. Sie reichen bis fast hinab in die Stadt, die seit jeher ein schlagendes Herz der schwäbischen Industrie gewesen ist. Das konnte man ihr auch ansehen. Sie war zwar immer schon sehr wohlhabend (auch heute ist Heilbronn einer der reichsten Kommunen Deutschlands), für ihre Schönheit war sie allerdings nicht so richtig bekannt. Das Stadtbild wurde wie bei anderen Städten von diesem Format von der Schwerindustrie geprägt. Silotürme, Kräne, Bahndämme und Gewerbeparks bestimmen auch heute noch außerhalb der Stadtmitte oftmals das Bild.

Doch das hat die Denkerinnen und Denker hinter der BUGA nicht abgeschreckt. Sondern im Gegenteil: Es hat sie beflügelt, die alten Brachen und Ruinen neu zu denken. Und so ist ein faszinierendes Gelände entstanden. Um den alten Neckarhafen wurden große Wasserbecken angelegt. Nach dem Krieg hatte man ihn mit Schutt angefüllt. Jetzt planschen hier Kinder zwischen den Wasserspielen, während die Erwachsenen ringsum die Füße ins kühle Wasser halten. Dazwischen überall - natürlich – die Gärten. Azaleen, Tulpen und Veilchen künden vom Frühling. Bäume spenden Schatten und die zahlreichen Rasenflächen laden zum Verweilen ein. Die Stadt ist näher an den Fluss herangewachsen.

Gleich am Eingang hat man zwei Blickfänge errichtet, um die Menschen wie mit einem Magneten einzufangen. Zum einen das Gebäude der Experimenta, die schon seit vielen Jahren in Heilbronn Jung und Alt für Natur- und Ingenieurswissenschaften begeistern soll. Etwas weiter am Fluss entlang: der alte Hafenschlepper, der behäbig im Wasser liegt und als stummer Zeuge und letzter seiner Art von der alten Zeit der Binnenschifffahrt kündet.

Die Arbeit geht weiter…

12. April 2019
Bodo Ramelow Politik

Gestern morgen ist unsere Delegation ein wenig müde und erschöpft aber mit einer Unmenge an Eindrücken und Erlebnissen wieder in Deutschland gelandet.

Am Freitag hatten wir zum Abschluss die Vietnamesisch-Deutsche Universität (VGU) in Ho-Chi-Minh-Stadt besucht und die Chance genutzt für den Studienstandort Thüringen zu werben. Mit unseren zehn Universitäten und Hochschulen haben wir ein unheimlich breites Angebot für Studierende und nicht nur das. Die Fragen, die es zu beantworten galt, gingen weit darüber hinaus. Es wurde auch danach gefragt, wie die Chancen für Berufsausübung und Start Ups in unserem Bundesland sind. Ich kann nur sagen: Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten.

Am Nachmittag war dann doch auch noch ein wenig Zeit, sich einen kleinen Eindruck von der Stadt zu verschaffen. Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine noch viel geschäftigere Stadt als Hanoi und überall sieht man die Stadt wachsen. Wir haben uns aber eher der Historie gewidmet und ein paar der wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht: von der Hauptpost, über die Dong Khoi Straße, die Kathedrale Notre Dame, die Oper und vieles mehr. Ein letzter emotionaler Moment wartet auf uns alle beim Besuch des Kriegsopfermuseums, in dem die Folgen des Kriegs der USA gegen Vietnam auf ganz drastische Weise gezeigt werden. Dargestellt werden der Bombenterror gegen Vietnam, die Massaker gegen die Zivilbevölkerung und die Folgen der Aktion Agent Orange, bei der ganze Landstriche chemisch verseucht wurden. Noch heute leidet Vietnam unter den Folgen aber auch viele US-Soldaten sind Opfer geworden. Das zeigt eine ganz andere Herausforderung, die das Land zu meistern hat: nicht gefundene Bomben und Minen, die heute noch Schäden anrichten, die Spätfolgen von Agent Orange auch das alles belastet die Entwicklung dieses Landes.

Übrigens :-) : Der Stadtführer hat lange in Nordhausen gelegt. Schachtbau Nordhausen kannter zwar nicht aber das Nordhausen "Schweinehochburg" ist, war ihm wohl bekannt.