Live und in Farbe

In unserer 105. Fraktionssitzung in dieser Legislatur gab es gestern eine echte Premiere: die Sitzung wurde per Livestream auf unserer Webseite übertragen. Es hatte einige Vorbereitungszeit gekostet, das Projekt umzusetzen, denn wir wollten nicht einfach eine Kamera in irgendeine Ecke stellen und drauflos filmen. Unser Digitalteam hat keine Mühen gescheut und es möglich gemacht, dass die oder der jeweils sprechende Abgeordnete auch rangezoomt wird und sogar der Name wurde eingeblendet. Schließlich soll es für Interessierte möglichst einfach sein, der Debatte zu folgen und das wäre es nicht, wenn man erstmal recherchieren muss, wer überhaupt gerade redet. Ein kleines technisches Problem gab es noch mit einem der Tischmikros aber das bekommen wir bis zum nächsten Mal hin.

Das Foto hier links habe ich gestern per E‑Mail aus Israel erhalten. Es zeigt die jüdischen und palästinensischen Jugendlichen, die im Dezember nach Erfurt kommen, um hier ein Musical aufzuführen. Mit dem Bild wollen sich die jungen Menschen bereits im Vorfeld für die Gastfreundschaft bedanken, vor allem bei den Familien, die sie als Gasteltern aufnehmen. In der Mail ist aber auch die Rede davon, wie wichtig die Reise nach Deutschland für alle Beteiligten genau jetzt ist, denn das Projekt ist so ein wunderbares Beispiel dafür, wie viel Juden und Palästinenser gemeinsam erreichen können. Alle Jugendlichen arbeiten mit Hochdruck an einer perfekten Aufführung und die unterschiedliche Herkunft der Mitstreiter interessiert sie dabei kein bisschen. Die Aufführung des Musicals findet am 15. Dezember um 19 Uhr im Evang. Ratsgymnasium in Erfurt statt und ich wünsche mir, dass es dort richtig voll wird.

Gestern Nachmittag ging’s dann ins Plenum. Wir hatten u.a. die Position der Landesregierung zum E.ON-Kauf durch die Thüringer Kommunen auf die Tagesordnung gesetzt. Nachdem die Landesregierung nun erklärt hat, sie habe sich intern in der Sache geeinigt und werde die Kommunen unterstützen, kommt jetzt Kritik vom CDU-Fraktionsvorsitzenden. Man solle nichts überstürzen usw. erklärt er. Natürlich soll nichts überstürzt werden, aber niemand ist dabei etwas zu überstürzen. Es ist einfach Mist, wenn der Kauf immer wieder öffentlich in Frage gestellt wird, anstatt gemeinsam daran zu arbeiten, dass er bestmöglich gelingt und damit ein großer Schritt in Sachen Energiewende unternommen wird.