Ramelow in Ramelow

Mit so einem Hündchen erlebt man immer etwas. Zum Beispiel, dass man die Fahrt von Berlin nach Rostock für eine Komplettreinigung des Tieres unterbrechen muss, weil es kurz vor der Abfahrt noch mitten durch einen Haufen spaziert ist. Das Resultat ist im Auto einfach nicht zu ertragen und es ist doch ein glücklicher Umstand, dass das Web 2.0 noch keine Gerüche weiterverbreiten kann. Jedenfalls müssen wir unterwegs anhalten, um Attila mit Shampoo wieder in ein wohlriechendes Schoßhündchen zu verwandeln.
Auf den unplanmäßigen Stopp folgt ein planmäßiger: Ich hatte mir schon lange vorgenommen, mir das Dörfchen Ramelow anzuschauen, das ich irgendwann mal beim Googeln entdeckt hatte. Es liegt zwar nicht ganz auf dem Weg zwischen Berlin und Rostock (eher Richtung Usedom), aber der Umweg ist es wert. Wir verbringen zwei schöne Stunden bei himmlischer Ruhe in diesem schicken Dorf. Bis auf einen heruntergekommenen Gutshof ist alles sehr liebevoll gepflegt, alles ist aus Feldstein gebaut und wirklich schick hergerichtet. Offensichtlich leben die Menschen gern in Ramelow.
Zwischendurch schreibe ich E‑Mails und telefoniere mit Freunden auf dem Kirchentag in München. So kann ich u.a. Walter Homolka, den Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam zum Stand der Rosa-Luxemburg-Stiftung leiten, wo er das Buch bekommen kann, in dem auch ein Artikel von mir veröffentlicht ist (hier nachlesbar). Außerdem bespreche ich mit Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, dass er als Diskussionspartner zu einer Veranstaltung unserer Bundestagsfraktion nach Gotha kommen wird.
Dann geht es weiter nach Rostock, wo wir gleich nach dem Bezug unseres Hotelzimmers zu einem Spaziergang am Hafen aufbrechen. Dort ruft eine Gruppe junger Menschen „Bodo, Bodo“ und ich muss mich erst einmal umschauen, um zu sehen, dass wirklich ich gemeint bin. Offensichtlich sind schon ziemlich viele Linke in der Stadt, die das lange Wochenende an der Ostsee genießen. Das merken wir auch beim Abendessen in Warnemünde, wo uns einige Genossinnen und Genossen begegnen, die sich hier in gemütlicher Atmosphäre auf den Parteitag einstimmen.