Gegen lange Leitungen!

Heute bin ich zum Marktfest nach Hildburghausen eingeladen. Ein schöner Anlass Steffen Harzer wiederzusehen, unseren Hildburghausener Bürgermeister, der vor einigen Wochen mit einer ordentlichen Mehrheit wiedergewählt wurde. Dem ging ein äußerst munterer und aktiver Wahlkampf voraus, an dem ich auch beteiligt war. Und nun ist es das erste Mal seit diesem Wahlkampf, dass wir uns persönlich wiedertreffen.

Auf dem Weg dorthin steht wieder eine Fahrt durch Thüringen an. Eine schöne Sache, weil wir in einem schönen Land leben und bei diesem wunderbaren Wetter ist es gleich noch viel schöner. Da gibt es viele bezaubernde Ecken, die für Touristen interessant sein sollten.

Sorgen macht mir in diesem Zusammenhang der Thüringer Wald und die von Vattenfall geplante 380-kV-Leitung. Ein naturzerstörendes Projekt, mittels dessen für die gesamte Region ein Exempel statuiert werden soll, ohne dass es ein Gewinn an Energiesicherheit für die Verbraucher resultieren könnte. Bei dieser Leitung geht es nur um die Profitmaximierung der Strom produzierenden Monopole! Eine Vergesellschaftung der Stromnetze, in deren Folge rein profitorientierte Umweltzerstörung schlicht ausfällt, scheint mir da der einzige Ausweg zu sein. Wir brauchen eine Entmonopolisierung der Energiewirtschaft in Deutschland als Einstieg in eine regionale Aufstellung, um endlich die Effizienzgrade der Strom produzierenden Anlagen deutlich zu erhöhen. Kraft-Wärme-Kopplung, regionale Energiewirtschaft, Biomasse, Wind‑, Solar- und Wasserkraft gehören zu einem Energiemix, bei dem wir eine Beziehung der Akteure zueinander brauchen, sodass viele gleichberechtigt in diesem Segment für die Netzsicherheit aller Verbraucher sorgen können. Dafür ist die 380 kV-Leitung überhaupt nicht geeignet. Die Leitung ist ein Schritt in die falsche Richtung, sie ist ein Schritt hin zu transnationalen Netzen und zu rein profitorientiertem Stromhandel.

Hildburghausen geht in dieser Frage den richtigen Weg, vor kurzem wurde dort ein Bio-Masse-Kraftwerk eröffnet. Während der Ort mit Wärme versorgt wird,  entsteht gleichzeitig Strom – eine ideenreiche Kommune.