Stärkung der parlamentarischen Beziehungen zu Vietnam

Es war mir eine besondere Freude die Vizepräsidentin der Nationalversammlung der sozialistischen Republik Vietnam, Frau Nguyen Thi Thanh, gemeinsam mit ihrer Delegation im Deutschen Bundestag zu empfangen. Der Besuch war ein Ausdruck der vielfältigen Beziehungen, die Deutschland und Vietnam verbinden und die auch Ausdruck in einer seit 15 Jahren bestehenden strategischen Partnerschaft gefunden haben. Aus diesem Grund war es ein Zeichen besonderer Wertschätzung, dass die Vizepräsidentin der Nationalversammlung zusammen mit mehreren weiteren Abgeordneten nach Deutschland zu einem Gegenbesuch kam, nachdem ich im vietnamesischen Parlament Anfang Juni empfangen worden war. Das Treffen mit meiner Amtskollegin und ihrer Delegation bot Gelegenheit sich über eine Vielzahl an Themen und Herausforderungen trotz aller Unterschiede vertrauensvoll auszutauschen, die unsere Parlamente derzeit beschäftigen. Dabei war die Begegnung geprägt vom beiderseitigen Wunsch, die parlamentarische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Vietnam weiter zu vertiefen.

Eine große Wertschätzung erfuhr dabei auch die bedeutende Rolle der schätzungsweise über 200 000 in Deutschland lebenden Menschen mit vietnamesischem Migrationshintergrund, die das bilaterale Verhältnis auf besondere Weise bereichern. Einigkeit bestand insbesondere mit Blick auf das Potenzial, dass weiterhin der Fachkräfteaustausch und die Kooperation in Ausbildungsberufe für unsere Länder bietet. Als besonders positiv herausgestellt wurden auch die Perspektiven im Logistik- und Eisenbahnsektor. So hat Siemens Mobility gerade erst einen Auftrag im Wert von bis zu einer 1 Mrd. Euro erhalten, um eine 120km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke von Hanoi bis an die Küste des Südchinesischen Meers technisch auszustatten sowie Züge und Signaltechnik zu liefern. Angesichts dieser dynamischen partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam freut es mich daher ganz besonders, dass der Deutsche Bundestag bereits im November eine Kooperation unter Beteiligung der Hans-Seidel-Stiftung beginnen wird, um einen Erfahrungsaustausch zwischen Abgeordneten und Verwaltungsangehörigen unserer zwei Parlamente längerfristig zu fördern.
