Bodo Ramelow klettert der Geschichte der Werra-Region aufs Dach

Am Freitag, den 24. Juli besuchte Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow die Kaliregion an der Werra, deren Orte, Betriebe und Bergwerke sich auf engem Raum entweder auf hessischer oder thüringischer Seite befinden. Zuerst wurde er in Heringen von Bürgermeister Daniel Iliev (SPD) sowie von Vertreter*innen der Betriebsleitung und des Betriebsrates der Kali und Salz AG und des regionalen Museums begrüßt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die neue Sonderausstellung „Zwangsarbeit an der Werra“. Mit ihr ist es dem Museum in hervorragender Weise gelungen, diesen Teil in die Erinnerung zu holen und die Eingebundenheit der Region in die Geschichte der NS-Zeit, vor allem auch der Zwangsarbeit, plastisch und erfahrbar zu machen. Im Bericht der Ausstellungsmacher wurden vor allem die Berichte von Zeitzeug*innen und deren Angehörigen hervorgehoben, die die erstmalige zusammenhängende Darstellung dieser Geschichte und die regionale Erinnerung an die Betroffenen erst möglich machte.
Dann nahm Bodo Ramelow das Angebot an, einer der großen Kali-Halden aufs Dach zu steigen – na ja, mit dem Kleinbus. Hier, auf dem Dach der Welt wird schnell klar, dass es Maßnahmen braucht, um die enorme Masse restlichen salzhaltigen Gesteins, das hier lagert, gegen Erosion zu schützen. Deswegen wurde vor wenigen Jahren vom Kali und Salz-Konzern eine Mehr-Schicht-Bedeckung des „Dachs“ entwickelt, die das Wasser ableitet und eine Begrünung umsetzt. Zukünftig soll diese Technik auch auf den Schrägflächen angewendet werden, wozu diese aber in ihrem Neigungswinkel etwas verändert werden müssen.
Alle in allem war der Besuch ein geschichtsträchtiger Tag, der durch die Information gekrönt wurde, dass es seit kurzem möglich ist, aus dem vielen in Thüringen geförderten Salz auch zugelassenes Speisesalz käuflich zu erwerben. Na wenn das keine positive Entwicklung ist!
