Glashütte statt Wasserbüro

Auf Youtube gibt es einen Politik-Blog, in dem Politiker aus der ganzen Republik in ihren Lieblingscafés interviewt werden. Betrieben wird das Projekt von Tom Aslan und der ist gestern extra nach Erfurt gekommen, um mich in der Glashütte auf dem Petersberg – einer meiner Lieblingsorte – zum Thema “Wie ‘links’ schlägt ein Herz?” zu befragen. Was dabei rausgekommen ist, kann sich jetzt jede und jeder online anschauen.

Bevor ich mich mit Tom Aslan getroffen haben, war ich schon seit um acht in der Landesgeschäftsstelle in der Eugen-Richter-Straße zur Teamberatung mit den Erfurter Genossen und Mitarbeitern. Diese Treffen haben wir ja regelmäßig, um die Arbeit für die Stadt zu koordinieren. Meistens treffen wir uns dazu im Wahlkreisbüro in der Johannesstraße, nur diesmal wäre das unmöglich gewesen. Im Büro hat es übers Wochenende einen massiven Wasserschaden gegeben – steter Tropfen höhlt das Wahlkreisbüro – und es ist fast die gesamte Decke runtergekommen. Nachdem ich einige Fotos aus der Johannesstraße gesehen haben, bin ich nur froh, dass der dortige Beratungsraum unbenutzt war, als die Deckenverkleidung runtergekracht ist, denn das hätte auch schief gehen können. So gibt es zum Glück nur Sachschaden, der mit vereinten Kräften behoben wird. Wichtig ist aber vor allem, dass die Ursache des Problems behoben wird und da hoffen wir mal, dass die Kommunale Wohnungsgesellschaft das schnell hinbekommt.

Wichtig ist mir noch als Nachtrag zum Sonntag, dass ich mich da mit dem Jenaer OB Albrecht Schröter, mit Martin Borowsky von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Erfurt und Reinhard Schramm, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde getroffen habe. Dabei ging es um den vermeintlichen Boykottaufruf Schröters und die sehr harschen Reaktionen darauf. Trotz sehr unterschiedlicher Auffassungen über den Sinn des Pax-Christi-Aufrufs war es eine gute Gesprächsatmosphäre. Es wurde vereinbart, dass es zwischen der Jüdischen Landesgemeinde, der DIG und der Stadt Jena weitere Aktivitäten geben wird, die das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden stärken und die guten Beziehungen zu Israel und zu den Palästinensern pflegen und ausbauen. Dazu zählen unbedingt der kompromisslose Einsatz gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Diese Vereinbarung freut mich sehr – einerseits wegen ihrer Zielsetzung und andererseits, weil sie zeigt, dass wir uns in unserem Engagement gegen rechts nicht auseinanderdividieren lassen.