Bundesversammlung – Klappe, die nächste.

Bevor es am Sonntag in die dritte Bundesversammlung innerhalb von drei Jahren geht (siehe Tagebuch vom 23. Mai 2009 bzw. vom 30. Juni 2010) standen Donnerstag und Freitag noch zahlreiche Termine in Erfurt im Kalender.

Donnerstagnachmittag hatten wir als Fraktionsvorstand ein schönes Gespräch über Gott und die Welt mit den dafür perfekten Gesprächspartnern. Das katholische Büro hatte eingeladen, denn es ist schon eine gute Tradition, dass wir uns einmal im Jahr – letztes Jahr musste es wegen des Papstbesuches ausfallen – zusammensetzen, damit wir uns mit dem Bischof und anderen Vertretern des Bistums Erfurt über die Arbeit der jeweils anderen Seite austauschen. Diesmal war auch der Chef der Caritas dabei, weil wir uns auch über deren Arbeit aber auch über die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte bei kirchlichen Trägern informieren wollten. Natürlich gibt es bei einem solchen Gespräch gemeinsame und unterschiedliche Auffassungen. So sind wir uns beispielsweise einig, dass Eltern- bzw. Familienbildung ein wichtiges Politikziel ist, aber ob die „Stiftung Familiensinn“ dafür das richtige Vehikel ist, bezweifeln wir. Entscheidend ist aber, dass das Gespräch wie immer in einer sehr freundlichen Atmosphäre stattfand, denn der Austausch miteinander ist allemal mehr wert, als Worte übereinander.

Ebenfalls am Donnerstag hatte ich ein Gespräch im Landtag, mit einem Bürger, der sich sehr für historische Aufarbeitung einsetzt. Sein Vater war selbst im kommunistischen Widerstand gegen die Nazis und nun steht die Frage im Raum, wie die Geschichte lebendig und besser erfahrbar gemacht werden kann. Interessant für mich ist aber auch, dass sich der Mann sehr gut im arabischen Raum auskennt. Da ich selbst grade eine Reise nach Kairo vorbereite, die im April stattfinden soll, bin ich für jede Information dankbar.

Freitag war dann Landespressekonferenz, bei der die Journalisten wieder über die Schwerpunkte der nächsten Landtagssitzung informiert werden. Ganz zentral ist für uns dabei unser Gesetzentwurf zur Auslösung des Landesamtes für Verfassungsschutz. Unsere Alternative ist ein Zentrum für Demokratie als Anstalt des öffentlichen Rechts. Damit würde die Verfassung auf alle Fälle besser geschützt als durch den Geheimdienst mit dem irreführenden Namen.

Samstag geht’s nach Berlin, damit wir am Sonntag Beate Klarsfeld wählen können. Die ganz große Koalition kann ihren Kandidaten wählen, von dem ich immer noch den Eindruck habe, dass ihn die einzelnen Parteien vor allem deshalb nominiert haben, um die anderen Parteien zu ärgern. Kann man nur hoffen, dass sich am Ende nicht alle ärgern. Ich möchte jedenfalls Frau Klarsfeld noch einmal herzlich für ihre Bereitschaft zur Kandidatur danken. Es ist eine Ehre für uns, dass sie für uns antritt.