Nächste Woche gibt’s Doppelschichten

Bevor wir nächste Woche Plenarsitzung haben, steht typischerweise am Freitag davor die Landespressekonferenz an. Ich berichte den Journalisten über unseren Umgang mit der Tatsache, dass bereits 50 Tagesordnungspunkte angekündigt sind und die Landesregierung einige Gesetze unbedingt durchdrücken will, obwohl sie noch nicht ausreichend diskutiert sind – Beispiel Erwachsenenbildungsgesetz. Damit es wenigstens die Chance gibt, den Großteil der geplanten Punkte auch zu beraten, haben wir uns auf eine Halbierung der Redezeit geeinigt. Außerdem werden wir wohl am Donnerstag nicht nur den Tag sondern gleich noch die halbe Nacht im Plenarsaalverbringen, weil der letzte TOP an diesem Tag erst um 23.30 Uhr aufgerufen wird.

Von der Landespressekonferenz geht es in die Johannesstraße, diesmal aber nicht, um in meinem Wahlkreisbüro zu arbeiten. Schräg gegenüber von unserem Büro, direkt unter dem Johannesturm hat, hat mit dem „Café B“ eine neue Beratungseinrichtung eröffnet. Der Verein zur sozialen und beruflichen Integration (VSBI e.V.) möchte mit dem „Café B“ ein Kontakt‑, Informations- und Unterstützungszentrum für Menschen mit Behinderung aufbauen und baut dabei auf ein niedrigschwelliges Angebot. Schließlich sind die Menschen nicht behindert, sondern werden gehindert und da ist ein solches Angebot, dass helfen soll Hinderungen zu überwinden, genau richtig. Es war eine gelungene Eröffnung und ich wünsche dem VSBI e.V., dass ihre neue Einrichtung von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird. Karola Stange, André Blechschmidt und ich freuen uns schon jetzt auf eine intensive und bereichernde Zusammenarbeit mit unseren neuen Nachbarn.

Am späten Nachmittag mache ich mich auf den Weg nach Marburg, wo ich mich mit meinen Söhnen verabredet habe. Außerdem treffe ich einen alten Bekannten, der mir schon lange erzählt hat, dass er ein Comicheft hat, in dem ich Vorkomme (Ein Foto von dem Artikel ist unter „Bodo Ramelow / Zur Person“ zu finden). Tatsächlich zeigt er mir heute eine Zeitschrift des Verlages von „Tim und Struppi“, die einen Artikel aus der TAZ aufgriffen hat, in dem ich wegen meiner Frisur mit Tim verglichen wurde. In der Verlagszeitschrift wird nun spekuliert, ob ich nicht ins Schauspielfach wechseln würde. Da Attila sicher nicht als Struppi durchgeht und ich nur mit ihm gemeinsam den Job wechseln würde, bleibe ich aber doch der Politik erhalten.

Da ich wegen familiärer Termine am Wochenende nicht ins Wendland fahren kann, will ich allen Anti-Castor-Demonstrierenden auf diesem Weg meine Solidarität aussprechen. Es ist richtig wichtig der Bundesregierung zu zeigen, dass der Ausstieg aus dem Ausstieg eine krasse Fehlentscheidung ist.