Auswechslung in der Verlängerung

Viel zu früh, genau gesagt halb sechs, springt der Radiowecker an und beendet so das erholsame Pfingstwochenende. Es hilft alles nichts, Germana muss nach Berlin und auf mich wartet im Landtag jede Menge Arbeit, also raus aus den Federn. Die Erinnerungen ans Wochenende sind noch sehr präsent: Lesen, Gartenarbeit und interessante Begegnungen beim Spazierengehen im Grünen à la „Och, der Ramelow, am Wandern, hier bei uns im Wald.“ Ja, der Ramelow kauft nicht nur selbst ein, der wandert auch selbst. 😉 Aber nun hat wieder die parlamentarische Arbeit Vorrang.

Im Landtag haben wir eine Arbeitsberatung über unsere Aktivitäten in Sachen Web 2.0. Außerdem wird ausführlich der Entwurf für die Neugestaltung unserer Fraktionswebseite vorgestellt. Ich denke wir sind in diesem Bereich auf einem guten Weg und demnächst werden wir auch sehen, wie unsere neuen Angebote angenommen werden.

Dann erreicht mich die Nachricht vom Rücktritt Roland Kochs und damit kommen gleich die Erinnerungen an die nervige Selbstausgrenzung der hessischen SPD vor zwei Jahren wieder hoch. Ohne dieses dilettantische Vorgehen damals wäre Koch längst im Politik-Ruhestand, aber einige SPD-Parteifreunde meinten ja, ihn mit der Landtagsneuwahl in die Verlängerung schicken zu müssen. Nun packt er also endgültig seinen schwarzen Koffer.

Eine gute Nachricht ist, dass Thüringen eine Bürgschaft für Opel übernehmen wird, denn wir brauchen dieses Signal, um deutlich zu machen, dass Opel und damit die Fahrzeugindustrie in Thüringen zukunftsfähig sind. Eine weitere Hängepartie für die Beschäftigten wäre nicht hinnehmbar gewesen. Leider gibt es auch einen Wermutstropfen, denn besser wäre gewesen, staatliches Geld auch in Eigentum umzuwandeln. So wie Niedersachsen Anteile an VW besitzt, hätte auch Thüringen eine konkrete Gegenleistung für die Unterstützung bekommen können. Auch für die Mitarbeiter wäre es wünschenswert, wenn die Lohnverzichtssummen in Eigentumsanteile gesteckt würden.

Nach diversen Beratungen verbringe ich den Abend am Schreibtisch – ein Positionspapier zum Selbstverständnis der Fraktionsvorsitzendenkonferenz will geschrieben werden. So hat mich die Arbeitsmühle gleich wieder voll in Beschlag genommen, aber so soll es ja auch sein.