Opel muss Thema im Landtag werden.

Der Tag beginnt mit einem Besuch bei Verdi, wo ich zum Frühstück mit ein paar Kollegen verabredet bin, die ich noch aus alten HBV-Zeiten kenne. An der Pinwand hängt ein 20 Jahre altes Foto, auf dem wir gemeinsam zu sehen sind. Damals waren wir gerade aus Ost und West zusammengewürfelt wurden und schauten mit einem neugierigen Blick in die Zukunft. Ich muss erst einmal laut lachen, als ich das Bild sehe, denn die Zeit ist an keinem von uns spurlos vorüber gegangen. Schön, dass wir uns nicht aus den Augen verloren haben, sondern immer noch miteinander zu tun haben.

Als nächstes geht es in die Landesgeschäftsstelle zu einer längeren Beratung über das Thema Onlineangebote unserer Partei. Fragen eines einheitlichen Content-Management-Systems, Angebote von RSS-Feeds und Newslettern und vor allem die technischen und finanziellen Voraussetzungen dafür müssen geklärt werden. So sitzen wir fast drei Stunden zusammen, um die groben Linien für Design, Technik und Finanzierung abzustecken. Mit dem Ergebnis bin ich aber sehr zufrieden, denn wenn wir alles so wie besprochen umsetzen, wird das sehr gut werden.

Von der Landesgeschäftsstelle eile ich in die Fraktion, denn ich erwarte eine Rückmeldung von den Protestaktionen in Eisenach. Knut Korschewsky, Katja Wolf, Frank Kuschel und Dieter Hausold sind vor Ort, um die Solidarität unserer Fraktion mit den Opel-Mitarbeitern und den Beschäftigten der Zulieferer zu demonstrieren. Als die Rückmeldung kommt, beschließen wir gemeinsam eine Sondersitzung des Landtages zu beantragen, in der die Abgeordneten aller Fraktionen zeigen können, dass sie hinter dem Standort Eisenach stehen. Außerdem soll die Landesregierung in der Sitzung ihre Pläne zur Sicherung der Arbeitsplätze vorstellen. Noch als ich die letzten Formalitäten für den Antrag erledige, kommt schon die Nachricht, dass die Sitzung für den 10. November, 16.00 Uhr anberaumt ist. Also können wir verbindlich planen und vorbereiten.

Nach dem Arbeitstag geht es gemeinsam mit Attila noch für eine Stunde auf die Hundewiese. Da tollt er mit acht anderen Hunden die ganze Zeit wild umher, so dass er dann, als wir zu Hause sind, gleich unterm Couchtisch einschläft. Ich bekomme noch eine E‑Mail von einem Vertreter der Eisenacher Opel-Belegschaft, der sich für die Unterstützung durch unsere Fraktion bedankt. Nun hoffen wir, dass der Protest Früchte trägt. Die nächsten Tage werden es zeigen.