Landtagsgespräche

Im Landtag geht es heute mit den Personalgesprächen vom Vortag weiter, schließlich sollen die Umstrukturierungen mit allen Mitarbeitern besprochen werden. Das muss in Ruhe gemacht werden, denn es geht ja nicht einfach darum Aufgaben neu zu verteilen, sondern wir brauchen auch Rückmeldungen, wie die Mitarbeiter bestimmte Fragen einschätzen. Zwischendurch habe ich ein Gespräch zum Thema Fan- und Jugendsozialarbeit. Der Leiter des Jenaer Fanprojektes gibt mir Auskunft darüber, wie es um die Finanzierung der Fanprojekte im Land bestellt ist. Außerdem frage ich ihn, wegen des Gotha Boxclubs Wacker 07, weil auch dort sehr gute Jugendarbeit geleistet wird, die allerdings auf weitere finanzielle Mittel angewiesen ist. Wir müssen sehen, ob sich da helfen lässt.

Auch Gespräche mit Vertretern der anderen Oppositionsfraktionen stehen heute auf der Tagesordnung, denn wir müssen einfach bestimmte Rechte des Parlaments klären. Man merkt dem Landtag leider an, dass er zu lange nur drei Fraktionen beherbergt hat. Da müssen einige Punkte den neuen Realitäten angepasst werden.

Schließlich führe ich noch ein Telefonat mit der Bürgermeisterin von Eisfeld, über die aus der Ausstellung zur Geschichte der deutschen Teilung entfernten Zeitungsartikel. Wir vereinbaren, dass wir gemeinsam eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Rechtsstaat vs. Unrechtsstaat“ organisieren wollen, in der die Frage der DDR-Aufarbeitung und der heutige Umgang damit hoffentlich differenziert diskutiert werden kann.

Aus Brasilien erhielt ich letzte Nacht zusätzlich zur SMS auch noch eine E‑Mail von Germana, in der sie mir berichtet, dass bei ihrer Ankunft in Sao Paulo die Energieversorgung größtenteils schon wieder hergestellt war. Das schlimmste war also schon überstanden und meine Sorge ziemlich unbegründet. Sie hat sogar bei ihrer Konferenz Elektrizität und Internet, obwohl die Tagung bei der Landlosenbewegung stattfindet, wo es bisher kaum Stromanschlüsse gab. Gut zu wissen, dass alles in Ordnung ist.

Am Abend drehe ich noch eine Runde mit Attila. Vor dem Landtag treffen wir zwei weitere Hunde und die beiden Faktoren, dass die drei Tiere nur zu gern miteinander herumtollen und andererseits vor dem Parlament Anleinpflicht herrscht, führen zu einem großen Knäuel. Ganz schön verwickelte Gespräche hier vor dem Landtag, denke ich. Und es ist von außen nicht zu erkennen, wer wem ein Ohr abgekaut hat.