Freiheit für alle Würstchen

Gartenarbeit ist anstrengend und auch wohltuend. Aber das “wohl” kommt erst, wenn die Schwielen von den Händen verschwunden und die Rückenschmerzen vorüber sind. Aber wir sind überzeugt, dass dieser intensive Garteneinsatz uns und dem Garten zu gute kommt. Etwas ungewöhnlich ist nur, dass ständig eine Schnauze da steckt, wo man gerade arbeiten will. Attila hilft, aber eben mit seinen Möglichkeiten. Da muss man ihm freundlichst klar machen, steck deine Nase nicht immer da rein, wo ich gerade mit dem Spaten bin. Dabei geht mir durch den Kopf ‚dass ähnliches auch schon mal Minister in Thüringen über mich gedacht haben. Nur hatten die keinen Spaten zum aus oder umgraben, sondern waren immer mit zudecken und verschleiern beschäftigt.
Im Laufe des Tages gibt es einiges mit unseren Büros in Erfurt und Berlin zu besprechen. Diese Unterbrechungen helfen mir dann beim Entspannen. Ich glaube nur, dass ich manchmal noch am schnaufen bin, wenn ich ans Telefon gerufen werde. Meine Gesprächspartner mögen es mir nachsehen. Nachmittags drehen wir eine große Runde mit Attila. Nachdem der viele Freundinnen rund um unseren Bungalow gefunden hat und seine Selbstständigkeit wächst, wird es Zeit, mal wieder zusammen zu laufen. Da wird wieder Fuß gehen trainiert und ein bisschen spielerisch die fehlenden Hundeschule-Termine ausgeglichen.
Aber was entdecken wir da am Waldrand? Einen uralten VW-Pritschenwagen mit einer im Käfig gefangenen Bratwurst. Meine Güte, sollte man da nicht eingreifen? „Freiheit für alle Würstchen!“ rufen wir und aus dem Wald schallt es fröhlich: „5 € pro Foto!“ Oha, geschäftstüchtig. Ich rufe zurück: „Ich hätte gerne eine 10er Karte für Roster von diesem originellen Thüringer Roster-Wagen!“ Rollende Bratwürste sind wichtig für die Thüringer, denn man muss überall am Rennsteig für ausreichenden Nachschub sorgen! Auf denn! Wenn Deutschland die suuuuper Wurst sucht, ich habe Sie gefunden. Am Waldrand zwischen dem Dreiherrenstein, oberhalb von Ilmenau und unterhalb des Rennsteigs!