Frierend in Goethes Gartenhaus

In den letzten Wochen des Jahres wollen viele Journalisten noch mal ein Interview, um Vergangenes zu reflektieren und einen Ausblick für 2009 zu suchen. So bin ich heute gleich bei mehreren Interview-Terminen, während zur selben Zeit das Landeswahlbüro tagt und in die konkrete Planung der Wahldramaturgie übergeht. Das bekomme ich aber nur am Rande mit, den die Interviews warten.
Nach dem Mittag fahre ich mit meinem Mitarbeiter nach Bad Sulza in Goethes Gartenhaus 2, wo der regionale Fernsehsender Salve TV mit mir eine Aufnahme für die eigenen Internetplattform machen möchte. Das Haus liegt direkt hinter der Toscana-Therme und ich würde auf grund der Temperaturen lieber die Sauna oder die Therme benutzen. Ich muss aber ins Gartenhaus. Obwohl dort ein kleiner Heizlüfter etwas Wärme bringen soll, ist es bitter kalt. Ich sitze mit meinem Gesprächspartner Klaus Dieter Böhm auf Holzstühlen im Anzug, während das Kamerateam und mein Mitarbeiter in dicken Jacken gehüllt dem Gespräch lauschen. Das Einzige, was im Raum wirklich Wärme abgibt, ist der Scheinwerfer, allerdings zeigt der zur Decke. Am Ende des Interviews bin ich völlig durchgefroren und flüchte mich mit schnellen Schritten ins Auto.
Von Bad Sulza geht es nach Naumburg zum Zug, jedoch werden wir zunächst von einer zur anderen Umleitung geschickt, von einem zum anderen Saale-Ufer. Der I‑Punkt wird dann in Naumburg selbst aufgesetzt, die Straße zum Bahnhof ist gesperrt und die Ausschilderung eine Katastrophe. Mir erscheint es fast so, als solle ich daran gehindert werden, heute noch nach Berlin zu kommen.