Vergangenheit hat ihre Tücken

Heute beginnt der Bundesparteitag der CDU, auf dem u.a. eine Papier beraten werden soll, dass sich mit der LINKEN und ihrer Vergangenheit beschäftigt. Nur mit ihrer eigenen Geschichte nimmt es die CDU nicht so genau. Da wurden im Westen Nazis in Regierungs- und Justizämter gebracht oder Berufsverbote gegen unliebsame Beamte verhängt, weil diese sich für die Friedensbewegung engagierten. Die Reihe der undemokratischen Taten der West-CDU lässt sich bequem fortsetzen. Auch die Ost-CDU kann sich nicht mit Ruhm bekleckern. Sie stand 40 Jahre Seite an Seite mit der zu Recht viel gescholtenen SED und dem Staat DDR Man kann sie durchaus als staatstragend bezeichnen. Nach der Wende holten dann die einstigen CDU-Funktionsträger die große Keule heraus und verprügelten die PDS-Mitglieder für ihre Vergangenheit. Dabei vergaßen die Ost-CDUler, wahrscheinlich bewusst, dass sie selbst ein Rad im Getriebe waren. Sei es als stellv. Schulleiter, als Mitglied des Rates der Kreises sowie Bezirkes oder als Reserveoffizier. Hinzu kam, dass zahlreiche SED-Mitglieder die politische Seite wechselten und heute bei der CDU ihre Heimat haben. Den I‑Punkt auf die Vergesslichkeit setzte jüngst Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, als er beim Landesparteitag lauthals verkündete, dass die CDU auf das Altvermögen aus DDR-Zeiten verzichtet hätte. Vergangenheit hat eben ihre Tücken. Denn ausgerechnet die Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR schreibt in ihrem Schlussbericht von 2006, dass die CDU „die Geldmittel von CDU der DDR und DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands) im Rahmen ihres Zusammenschlusses mit den beiden Blockparteien übernommen hat“. Dabei handelte es sich laut dem Bericht um immerhin 22,8 Millionen D‑Markt. Nicht gerade eine Summe, die man mal so vergisst. Das ist dann einfach nur gelogen ohne rot, in diesem Fall, schwarz zu werden.