Mein Einfluss auf die Staatsanwaltschaft

Gestern nach dem Schlusstermin des Konkurses NTK e G i. L. im Amtsgericht  Erfurt ging’s mit der Bahn schnell wieder nach Berlin. Im Zug denke ich noch einmal über das eben Geschehene nach. Der Gerichtstermin war sehr aufregend, obwohl alles  klar war. Aber sechzehn Jahre aktiven Lebens und Wirkens an einer Sache, an die man geglaubt und um die man gebangt hat, schmeißt man nicht  einfach so weg. Ist eben nicht mal über eine rote Ampel fahren oder so was.  Es ist das gerichtliche Endspiel von 120 Jahren Tradition und einem 16-jährigen Schlussspurt, den man nicht gewinnen konnte und trotzdem  würde ich wieder den Anlauf nehmen.

6000 Gläubiger, die auf Geld warten, werden nun 54,45% aus der Masse  erhalten. 2500 Mitarbeiter die alle noch mehrere Monate beschäftigt  und pünktlich bezahlt wurden (auch keine Selbstverständlichkeit). 2500  Arbeitnehmer, die alle im Schnitt drei Monatsgehälter Abfindung  bekamen und wo die Auszahlung nie strittig war! 111 000 Besitzer der  Konsum-Genossenschaft, die nun für Ihre 50 DM Anteile eben auch die Quote ausgezahlt bekommen werden. Davon stimmen viele Anschriften gar  nicht mehr, viele werden Verstorben sein und die Erben werden oftmals  die Nachweise einfach weggeschmissen haben. Also eine Sisyphos-Arbeit.  Drei Jahre Beschäftigung für ein paar Menschen, die das alles  durchforsten müssen. Anzeigen werden geschaltet in TA und TLZ.  Telefonische Anrufbeantworter werden das Verfahren beschreiben und im Internet werden alle Formulare zum Runterladen drin sein. Viel Arbeit  und keiner hätte mehr dran geglaubt.

Aber gelohnt hat es trotzdem! Das Fleischwerk wäre nicht mehr am Arbeiten und konnte direkt gerettet werden. Sehr viele Läden wurden  verkauft und mindestens die Hälfte aller Beschäftigten behielt dabei ihre Arbeit. Eine Tochtergesellschaft wurde an die REWE veräußert und alle Arbeitnehmer mitsamt dem Betriebsrat gingen in den REWE-Konzern über.

Tausend Chancen und das mitten in der größten Unsicherheit. Ich glaube, Viele haben gar nicht wirklich geahnt, an welchem Projekt ich eine große Aktie dran hatte. Der Konkursverwalter Wagner wies im  Gerichtssaal darauf hin und würdigte meinen Anteil am Erfolg. Aber ohne diesen Verwalter und die Mitstreiter im Gläubigerausschuss wäre es nie so gelaufen. Ohne Herrn Volker Hayn als Vorstandsvorsitzenden oder die Betriebsräte Frau Marlis Henneberg und Frau Hanna Dürre, die sich Tag und Nacht für den Konsum aufgerieben haben, auch nicht!  Betriebsräte und Vorgesetzte haben Seite an Seite das Unmögliche  versucht und zusammen gekämpft. Aber wie sagte Herr Wagner im Gericht: „Wer braucht schon einen Konsum?“ Das war die Antwort der Landesregierung, als er sie um Hilfe bat!

Wer braucht schon so eine Landesregierung, denke ich und arbeite an der Veränderung! So gehen sechzehn Jahre Kampf zu Ende und der Neue hat schon begonnen. Ein Multifunktions-Konsum im Dorf, das wäre doch  was.…

Gestern Abend dann der Einzug der Nationalmannschaft ins Viertelfinale. Dass der Trainer während des Spiels auf die Tribüne  muss, ist beim FC Carl Zeiss in dieser Saison auch ein paar Mal  vorgekommen. Wirklich klar scheint mir diese Regel nicht zu sein. Es ist doch selbstverständlich dass der Trainer am Rand mit Emotionen dabei ist. Wenn das den Schiedsrichtern zu viel ist, müsste es  zumindest eine gelbe Karte als Vorwarnung geben.

Heute las ich dann in der Zeitung wieder einmal absurdeste Behauptungen der Thüringer CDU. Dass mir die CDU so allerhand unterstellt, ist nichts Neues aber nun heißt es gar, ich hätte Einfluss  auf die Staatsanwaltschaft und würde ihnen die Themen diktieren. Na  aber hallo. Ich dachte immer, die Staatsanwaltschaft liege in der Hand des CDU-geführten Justizministeriums. Das soll nun im Fall Christian Köckert anders sein? Wohl kaum.

Da spinnt sich doch jemand etwas zusammen, um vom eigentlichen  Problem, einem ominösen Geschäftsgebaren abzulenken. Es ist doch keine fixe Idee von mir, wenn die Staatsanwaltschaft gegen den CDU-Landtagsabgeordneten Köckert ermittelt. In Hannover, wo sie ja ebenfalls nicht im Verdacht steht, von mir oder der LINKEN beeinflusst  zu sein, wird (…) gegen die Herren G., B. und Köckert ermittelt. Dort befindet er sich in  guter Gesellschaft von seltsamen AKTEUREN, die bei der einen oder  anderen Staatsanwaltschaft (Berlin, Erfurt, Mühlhausen) auf Aktendeckeln standen und mit denen er wie auch immer verbunden war. Da geht es nicht nur um Hausverwaltungen, sondern um Firmengeflechte, GmbH-Anteile und Konkurse. Bei allem Verständnis für die CDU-Wahlattacken, aber dafür kann ich nun wirklich nichts. Das muss Herr Köckert schon mit sich, den Staatsanwaltschaften, den Geschädigten und seinen bisherigen Geschäftspartnern selber ausmachen.

PS: Wer mehr über den Fall Köckert wissen will, kann sich gern die  Dokumente auf meiner Homepage zu Gemüte führen.

PPS: Noch ein schöner Nachtrag zu meiner Besuchergruppe von letzter  Woche: Auf der Reise haben wir noch eine ganze Reihe Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt. Und die leer gebliebenen Bögen hat der Busfahrer mitgenommen. Der ist nämlich in seinem Heimatort bei der  Feuerwehr aktiv will dort noch Unterschriften sammeln. Bei solchem Engagement der Thüringer mache ich mir um den Erfolg des  Volksbegehrens keine Sorgen.