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Im Kleinen gestalten, statt vor dem Großen zu erschrecken

20. September 2015
Bodo Ramelow Politik, Kirche und Religion

Predigt beim Abschlussgottesdienst des regionalen Kirchentages in Laucha an der Unstrut.

Das war ein Wochenende zum Batterien aufladen. Immer wieder bin ich in den letzten zwei Tagen Menschen begegnet, die sich vor Ort für ihre Gemeinde engagieren und/oder sich konkret für die Integration von Flüchtlingen stark machen. Gestern bei der Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, heute Vormittag bei der Bürgersprechstunde auf der Landesgartenschau in Schmalkalden oder heute Nachmittag beim regionalen Kirchentag in Laucha an der Unstrut, wo ich während des Abschlussgottesdienstes eine kurze Predigt halten durfte. Und das Rezept mit den Flüchtlingen umzugehen, heißt einfach: Das Kleine gestalten, anstatt sich vor dem Großen zu erschrecken.

Ich denke nur so kann es funktionieren: Die Integration praktisch angehen. Ich kann alle Leute verstehen, die Fragen haben angesichts der Nachrichtenmeldungen über täglich neue Rekordzahlen von Menschen, die bei uns Zuflucht suchen. In Verbindung mit der Propaganda von Rechtspopulisten und Neonazis lösen die Meldungen Ängste aus, so dass man denken könnte, auf einen Deutschen kämen hundert Zuwanderer. Es ist aber genau anders herum und deswegen sollten wir die Ängste annehmen und mit konkreten Maßnahmen auflösen.

Kontinuität und eine frühmorgendliche Überraschung

22. Mai 2015
Bodo Ramelow Politik, Kirche und Religion

Regierungsmedienkonferenz nach dem Kirchengespräch mit Bischof Neymeyr und Regionalbischof Kamm, Foto: TSK

Einmal im Jahr gibt es in der Staatskanzlei ein Gespräch mit den Vertretern von katholischer und evangelischer Kirche. Diesen institutionalisierten Austausch behalten wir auch bei – schließlich stand auf unseren Wahlplakaten, dass wir nicht alles anders machen wollen. ;o) Neben der Tradition der Runde gibt es aber auch viele aktuelle Themen, wegen denen das Treffen richtig und wichtig ist: Gemeinsame Initiativen in der Flüchtlingspolitik, Verständigungen zur Entwicklung der Bildungslandschaft, die Frage der Aufarbeitung und einiges mehr. Wir hatten eine sehr gute Gesprächsatmosphäre und mussten sogar die anschließende Pressekonferenz ein Stück nach hinten verschieben, weil wir uns zwischendurch verquatscht hatten.

Die Nachricht, die ich gestern morgen halb sieben auf meinem Handy vorfand, dürfte dann im Laufe des Tages ziemlich viele Menschen im ganzen Land erreicht haben: Die GdL hat mich als Schlichter im Bahn-Tarifkonflikt benannt. Claus Weselsky hatte mich Mitte April auf einer Gewerkschaftskonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung angesprochen, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könnte. Da Thüringen gerade auf dem Weg ist, der zentrale Bahnknotenpunkt in der Bundesrepublik zu werden und ein funktionierendes und attraktives Bahnangebot für den Freistaat besonders wichtig ist, habe ich zugesagt. Seitdem musste ich damit rechnen, dass es irgendwann ernst wird. :o)

Kulturelle Vielfalt

15. Mai 2015
Bodo Ramelow Politik, Kultur

Im Gespräch mit der Flüchtlingsfamilie und ihren Erfurter "Patengroßeltern", Foto: TSK/ Katrin Bäßler

Viele Eindrücke der zurückliegenden Woche liegen im Spannungsfeld von Kultur und Vielfalt. Ein wunderbares Beispiel für Willkommenskultur durfte ich am Mittwoch erleben, als eine Flüchtlingsfamilie gemeinsam mit ihren deutschen „Patengroßeltern“ bei mir im Büro zu Gast war. Die Familie war vor fünf Jahren vor dem Krieg in ihrem Heimatland Irak geflohen. Als sie in Erfurt angekommen waren, hat sich dann die Freundschaft zu einem älteren Ehepaar aus der Nachbarschaft entwickelt. Die beiden unterstützen die Familie bei vielen alltäglichen Sorgen. Ich möchte einfach nur Danke sagen für dieses Engagement.

Heute war ich in Weimar bei der Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der „Liszt Biennale“. Mit diesem Festival, das vom 20. bis zum 25. Mai an verschiedenen Orten in ganz Thüringen stattfindet – u.a. im Festsaal der Wartburg, im Erfurter Dom, im Weimarer Stadtschloss und im Meininger Theater – wird das Werk des großen Komponisten lebendig gehalten. Das komplette Programm gibt es auf thueringen-entdecken.de.

Kreuz und quer

28. November 2014
Bodo Ramelow Kirche und Religion, Politik, Privat, Geheimdienste & Verfassungsschutz

Während des Vortrags im Bachsaal der Aschaffenburger Christuskirche.

Nach einem langen Tag – unter anderem mit Interviews für Le Monde und arte – hatte ich gestern noch einen schönen Abend in Aschaffenburg. Die dortige Gemeinde der evangelisch-lutherischen Christuskirche veranstaltet regelmäßig Diskussionsabende unter dem Titel „Kreuz und Quer“ und schon vor über einem Jahr wurde ich eingeladen, mal an einem dieser Abende als Referent teilzunehmen. Als mein Büro den Termin dann im Januar festgemacht hat, war noch nicht abzusehen, wie beschäftigt ich in diesen Tagen sein werde, aber versprochen ist versprochen und deswegen wollte ich nicht mehr absagen.

Es wäre auch ein Fehler gewesen, nicht hinzufahren, denn mit Klaviermusik und sehr freundlichen Menschen, war es wirklich eine schöne Atmosphäre. Nach meinen Vortrag zum Thema „Reformation und Politik“ haben wir noch über eine Stunde diskutiert. Dabei habe ich gemerkt, dass sich auch einige Linke in die Kirche „verirrt“ hatten und überhaupt schien der Pfarrer zufrieden zu sein, dass er viele ihm unbekannte Gesichter begrüßen konnte. Wenn ein paar von denen überzeugt wurden, dass man diese Veranstaltungsreihe ruhig öfter besuchen kann, würde ich mich sehr freuen. Der Gemeinde habe ich jedenfalls versprochen, in fünf Jahren wiederzukommen, um zu erzählen, was aus meinen Erwartungen geworden ist.

Die Wege des Geldes sind unergründlich

31. Mai 2014
Bodo Ramelow Kirche und Religion, Politik, Kultur

Beim Katholikentag in Regensburg

Gestern war ich auf Einladung der bayrischen LAG Christinnen und Christen in der LINKEN zu Gast in Regensburg und damit quasi Teil des „Rahmenprogramms“ des Katholikentages. Die Regensburger LINKE hat ein Büro mitten in der Innenstadt – die „Oase“ – in dem wir eine gut besuchte kleine Veranstaltung zum Thema Christ sein und links sein hatten. Durch die zentrale Lage und die auffällige Deko wurden auch viele Gäste des Katholikentages auf uns aufmerksam. Ich finde gut, dass die Genossinnen und Genossen vor Ort mit vielen Dialogangeboten präsent sind. So soll das sein. Und für mich persönlich war der Besuch in Regensburg Teil der Vielfalt dieser Tage: Zwischen „meinem“ protestantischen Feiertag am Donnerstag und der heute anstehenden Jugendweiherede in Erfurt.

Das andere Thema, das gestern für mich eine große Rolle gespielt hat, ist die Zukunft von Schloss Reinhardsbrunn. Die Landesregierung hatte dazu ein Gutachten anfertigen lassen, in dem bestätigt wurde, dass die Enteignung veranlasst werden kann, weil sich die Besitzer seit Jahren nicht kümmern. Und wie sich jetzt zeigte, kann ich die amtierende Regierung sogar bei dem Plan unterstützen, denn wir mir die Staatsanwaltschaft mitteilte, ist die Besitzerfirma seit Ende 2011 insolvent. Mit diesem Wissen sollte doch die Enteignung erst recht funktionieren.