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Zauberhaftes in Weimar

20. Februar 2014
Bodo Ramelow Politik, Kultur, Kirche und Religion

Gestern habe ich in Weimar mal wieder etwas Zauberhaftes erlebt, was beinah nicht stattgefunden hätte. Es war ein Festakt aus Anlass des siebzigsten Geburtstags von Christoph Stölzl, dem Präsidenten der Weimarer Musikhochschule. Und Christoph Stölzl war nur einverstanden mit der Organisation dieser Feier, weil es quasi eine Werbeveranstaltung für die Franz Liszt Hochschule in Weimar sein sollte. Dieses Ziel ist aber hundertprozentig umgesetzt worden.

Die vielen Ehrengäste aus der ganzen Republik erlebten musikalische Beiträge der Extraklasse. Auf die Musikhochschule, ihre Studierenden, Mitarbeiter und Professoren können wir in Thüringen wirklich stolz sein. Und natürlich hat der gestern geehrte Christoph Stölzl einen großen Anteil an diesem Erfolg. Er kämpft für „seine“ Hochschule, denn – so sagte er – kulturelle Teilhabe ist für die Menschen genauso wichtig wie soziale Gerechtigkeit.

Maskiertes Aufeinandertreffen mit der amtierenden Ministerpräsidentin

27. Januar 2014
Bodo Ramelow Erfurt, Politik

Am Wochenende ging es von einem Termin zum nächsten. Erst am Samstagvormittag eine Geburtstagsfeier, dann weiter in die Gedenkstätte „Topf & Söhne“, wo zum ersten Mal der Jochen-Bock-Preis für Zivilcourage verliehen wurde. Die Ehrung bekamen der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde, Wolfgang Nossen, die Auschwitz-Überlebende Eva Pustzai und Karl Metzner, der als Jugendlicher gemeinsam mit Jochen Bock Flugblätter gegen das Nazi-Regime verteilt hatte. Jochen Bock starb damals an den Folgen seiner Inhaftierung.

Nach der Preisverleihung in der Gedenkstätte machte ich mich auf den Weg zum Erfurter Bahnhofsvorplatz zur Demo für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Es ist kein gutes Zeichen, dass eine solche Demonstration überhaupt nötig ist. Wenn ich daran denke, wie schwer es war, der Landesregierung auch nur einen kurzen Winterabschiebestopp für Sinti und Roma abzuringen, dann sind wir momentan sehr weit entfernt von einer Willkommenskultur. Dabei brauchen wir die so dringend.

Kleiner Beitrag zu 400 Jahren Geschichte

21. Januar 2014
Bodo Ramelow Wahlen, Partei, Politik

Wenn ein Gasthaus schon seit 1614 existiert, ist dort in den letzten 400 Jahren sicher viel Spannendes passiert. Schade, dass es nicht möglich ist, alles zusammenzutragen, was da im „Weißen Schwan“ in Mengersgereuth-Hämmern vor sich ging – andererseits sind einige der Betroffenen vielleicht froh darüber. ;o) Gestern Abend war ich jedenfalls dabei, als in diesem ehrwürdigen Gasthaus Knut Korschewsky zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Sonneberg gewählt wurde. Das sehr gute Ergebnis, das er dabei erhielt, ist eine Anerkennung für seine rührige Wahlkreisarbeit in den vergangenen Jahren. Für mich war es auch ein schöner Abend, denn ich konnte wieder Parteimitglieder erleben, die voller Tatendrang stecken und sehr konstruktiv über die anstehenden Aufgaben diskutieren.

Das Gegenteil von konstruktiv sind die Aussagen von Justizminister Poppenhäger, die ich heute früh in der Zeitung gelesen habe. Es ging da um die Frage, ob die Mühlhäuser Görmar-Kaserne zukünftig als Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge dienen kann. Hintergrund ist die Schließung des Bundeswehrstandorts und die massive Überlastung der Flüchtlingsunterkunft in Eisenberg.

Unser schönes Schloss

21. Oktober 2013
Bodo Ramelow Privat, Politik, Kultur

Am Wochenende haben wir den Frühling mitten im Herbst genossen. Wenn nicht die Blätter von den Bäumen fallen würden, könnte man sich einbilden, dass bald die Knospen sprießen. Allerdings habe ich dem Wetter nicht so ganz getraut und war deshalb gestern ein bisschen ratlos, was ich zum Spaziergang anziehen soll. Mit der Jacke war’s dann jedenfalls schön warm.

Zuhause habe ich mich gestern mit unserem Schloss beschäftigt. Nein, es gibt kein Schloss der Familie Ramelow, sondern „unser“ meint in dem Fall die Thüringerinnen und Thüringer. Mit Schloss Reinhardsbrunn haben wir ein einzigartiges Baudenkmal, das leider vor einigen Jahren von der öffentlichen Hand an Immobilienspekulanten verkauft wurde. Da die Schlossanlage in einem Firmengeflecht dann hin- und herverkauft wurde, scheinen die eigentlichen Eigentümer nun nicht mehr feststellbar zu sein. Frau Lieberknecht hatte Reinhardsbrunn einmal zur Chefsache erklärt, aber passiert ist nichts. Unser schönes Schloss gammelt vor sich hin.

Beeindruckende Kulturgeschichte und eine eingebrockte Suppe

31. Mai 2013
Bodo Ramelow Politik, Kultur

Die Abendgestaltung während unserer Chinareise ist eigentlich immer gleich: Wir fliegen. Diesmal weiter von Dalian nach Xi’an, Hauptstadt der Provinz Shaanxi. Shaanxi ist Partnerregion Thüringens und so holen uns offizielle Vertreter der Provinzregierung vom Flughafen ab. Leider sind wir wieder etwas verspätet, so dass ein kulturpolitischer Termin gestrichen werden muss: Die Besichtigung der Großen Wildganspagode. Die Pagode ist ein Tempel aus dem 7. Jahrhundert und Geburtsort des chinesischen Buddhismus. Das Gebäude prägt das Stadtbild und man spürt die Achtung vor diesem kulturellen Erbe. Von der Pagode bis zu den Bergen steht kein Hochhaus im Weg. Kein Haus darf in diesem Stadtzentrum die Sicht von der Pagode über die Stadt verbauen.

Wir sind jetzt in der Mitte des Reichs der Mitte angekommen. Xi'an war über ein Jahrtausend lang die Hauptstadt Chinas. Von hieraus begann die Seidenstraße und schon zur Kaiserzeit war es eine Millionenstadt, wahrscheinlich zu seiner Zeit sogar die größte Stadt der Welt. Neben Kunst und Kultur kommen viele Köstlichkeiten der Küche von hier, neben den leckeren Dumplings zum Beispiel auch die Nudeln. Wahrscheinlich hat Marco Polo sie von hier aus mit nach Italien genommen und so den Siegeszug der Spaghetti ausgelöst.