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Sorgen und Erinnerungen

08. November 2014
Bodo Ramelow Politik, Partei, Privat

Nach den Artikeln, die mir die BILD in den letzten Tagen gewidmet hat, warte ich nur noch auf die Schlagzeile, dass Attila während unserer Wanderungen hemmungslos in herumliegende Stöcke beißt – „Ramelows Kampfhund attackiert Thüringer Wälder“ würde das dann wahrscheinlich heißen. Naja, als ich die Zeitung am Donnerstag aufschlug, war mir nicht nach Lachen zu Mute. In den letzten Wochen wurden bei mehreren meiner Abgeordnetenkollegen Reifen zerstochen oder Radmuttern gelockert. Und in so einer Situation veröffentlicht die Zeitung das Kennzeichen unseres privaten Autos, mit dem meistens meine Frau unterwegs ist. Da mache ich mir einfach Sorgen.

Dieses Wochenende ist der Erinnerung und dem Gedenken gewidmet. Heute war ich bei Bergbaukumpeln in Bischofferode, um mit ihnen über den historischen Arbeitskampf und alles, was seitdem passiert ist, zu reden. Und morgen also der 9. November. Dazu möchte ich noch mal auf meinen Text verweisen, den ich aus diesem Anlass geschrieben habe: „Über die Unmöglichkeit, die DDR auf ein Wort zu reduzieren – Mehr Geschichte wagen“

Richtiges Bild, falscher Text

27. Oktober 2014
Bodo Ramelow Politik, Texte

Ostthüringer Zeitung vom 27. Oktober 2014

Der Montagvormittag hat mir heute schon mal gezeigt, dass Rot-Rot-Grün funktionieren wird. Seit dem Morgen bekomme ich Anrufe und Nachrichten aus den Reihen unserer hoffentlich zukünftigen Koalitionspartner. Gegenstand der Anfragen ist ein ganzseitiger Beitrag in der heutigen Ostthüringer Zeitung, der als Gastbeitrag von mir gekennzeichnet ist. Es ist schön, dass die OTZ mir so viel Platz einräumt. Das Bild finde ich eigentlich auch gelungen. Nur der Text ist leider nicht von mir.

Es gab eine technische Panne, durch die letztlich die falsche Datei bei der Zeitung gelandet ist. Ich glaube dieses Internet wird sich doch nicht durchsetzen. ;o) Statt meines Textes wurde nun eine Stellungnahme unserer LAG Geschichte neben meinem Bild veröffentlicht. Ich schätze die LAG und ihre Arbeit sehr, aber ihre Texte würde ich nicht 1:1 als meine verkaufen wollen (von den urheberrechtlichen Ansprüchen, die die LAG zurecht geltend machen würde, mal ganz abgesehen).

Ende der Berlin-Ära

24. Oktober 2014
Bodo Ramelow Politik, Privat, Partei

Heute habe ich endgültig eine Berlin-Ära beendet. Seit einigen Jahren bin ich immer mal wieder angesprochen wurden, wieso ich eigentlich eine Umhängetasche benutze, auf der ein Stück des Berliner Stadtplans abgebildet ist. Zuletzt musste ich mir immer wieder den Spott unseres Sondierungsteams anhören, als wir zu den Verhandlungen gelaufen sind und ich die Tasche dabei hatte. Mit einer Berlin-Tasche könne ich doch nicht Ministerpräsident Thüringens werden. Na gut, daran soll es nicht scheitern. ;o) Also bin ich heute in Erfurt in die Tourist Information gegangen und habe mir eine schöne Erfurt-Tasche für die hoffentlich bald beginnenden Koalitionsverhandlungen besorgt.

Im Fernsehen war gestern ja quasi Thüringenabend. Im ZDF und auf Phoenix liefen zeitgleich Diskussionsrunden über Rot-Rot-Grün und ich finde Susanne Hennig-Wellsow und Dietmar Bartsch haben uns sehr gut vertreten. Danke! Weil mich inzwischen ziemlich viele Anfragen erreichen, will ich aber auch hier gleich noch mal öffentlich machen, dass ich mich momentan nicht in eine solche Talkshow setzen will.

Gastbeitrag: Prof. Walter Homolka über den Mai 1989 in Leipzig

03. Oktober 2014
Bodo Ramelow Politik

Über Geschichte habe ich in den letzten Tagen sehr viel gesagt und geschrieben. Heute, zum Tag der deutschen Einheit, möchte ich in meinem Tagebuch gern die Festrede von Rabbiner Prof. Walter Homolka, Rektor des Potsdamer Abraham Geiger Kollegs, als Gastbeitrag veröffentlichen. Walter Homolka war im Sommer 1989 als westdeutscher Austauschstudent zu Gast an der Theologie in Leipzig. In seiner Rede zitiert er aus seinem Tagebuch von damals:

„Vor 25 Jahren – mit 25 Jahren – erhielt ich die Gelegenheit, während meiner Promotion ein Sommersemester an der Sektion Theologie der Karl-Marx-Universität Leipzig zu verbringen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst hatte mich ausgewählt, im Mai 1989 zu den ersten 150 Jungwissenschaftlern zu gehören, die im Rahmen des Kulturabkommens mit der DDR ein Austauschprogramm absolvieren. Es war mein erster Aufenthalt in der Deutschen Demokratischen Republik. Es war meine Gelegenheit, aus erster Hand eigene und ganz persönliche Erfahrungen mit dem Leben in der DDR zu machen.

Gregor Gysi und ich sind uns einig, dass ...

30. September 2014
Bodo Ramelow Partei, Politik

Eine Äußerung von Gregor Gysi aus einem morgen erscheinenden Interview mit der Super Illu hat heute wieder dazu geführt, dass über die Frage diskutiert wurde: Unrechtsstaat – ja oder nein? Auch wenn das nicht allen gefällt, das Problem der DDR-Aufarbeitung lässt sich nicht auf ein Wort reduzieren. Es geht darum, sich mit schrecklichem Unrecht aus der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Wie fatal wäre das, wenn man nur durch den Gebrauch eines Wortes Ablass erkaufen könnte? Es wäre das Gegenteil von Aufarbeitung!

Gregor Gysi und ich sind uns einig, dass mit dem Ausdruck Unrechtsstaat weder die Gründung der DDR delegitimiert noch die Biographien einzelner Menschen in irgendeiner Form entwertet werden sollen. Wir sind uns aber genauso einig, dass die gemeinsame rot-rot-grüne Erklärung zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit mit der darin enthaltenen Herleitung des Unrechtsstaatsbegriffs ein guter Kompromiss ist, der nicht infrage gestellt wird!