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Gefangen in der Hysterie-Spirale

Gestern gab es weder Zahnarzt- noch Friseurtermine, dafür aber nach wie vor viel medialen Widerhall zu unserer „Kommunismusaffäre“. Ich nehme die Spirale der Hysterie zur Kenntnis. Allerdings kann ich auch beim zehnten Lesen von Gesines Text nicht erkennen, dass sie darin den Kommunismus als Nah- oder Fernziel beschrieben hätte. Es ist doch unschwer zu erkennen, dass der Titel des Textes der Einladung zu der Veranstaltung entspricht und nicht den politischen Vorstellungen von Gesine oder unserer Partei.

Knut Korschewsky und ich haben am Mittwoch eine Erklärung vorgelegt, in der wir unsererseits deutlich machen, warum auch wir den demokratischen Sozialismus als Zielvorstellung ansehen – ebenso wie Gesine Lötzsch am Ende ihres Artikels. Auch gestern habe ich wieder gesagt, dass ich unsere Parteivorsitzende für diesen Text nicht kritisiere aber wie manche Medien so sind, lese ich dann doch irgendwann „Ramelow kritisiert Lötzsch“.

Wir führen eine Debatte und wenn nun der Kommunismus-Begriff im Raum steht, dann muss man in dieser Debatte auch darauf hinweisen, dass in den Gulags im Namen des Kommunismus Menschen ermordet wurden – auch eigene Genossen. Damit meine ich nicht, dass es zwangsläufig in Gesines Text stehen muss, aber in der weiteren Diskussion über das Thema darf dieser Aspekt nicht ausgeblendet werden. Und eine solche Ausblendung hat Gesine auch ganz sicher nicht im Sinn. Für uns ist klar: Egal um welche noch so wohlmeinende Ideologie es geht: Gewalt und Diktatur dürfen keine Mittel ihrer Umsetzung sein. Dass diese Grundüberzeugung sehr viel Zustimmung findet, erfahre ich gestern nach den Abendnachrichten in vielen SMS und Mails. Ich bekomme aber vereinzelt auch zu hören, dass ich doch dem politischen Gegner nicht so in die Hände spielen solle. Da kann ich nur sagen, mir geht es um eine Linke, die breit aufgestellt ist und auch an diejenigen denkt, die sich erschrecken, wenn bestimmte Begriffe nicht reflektiert werden.