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30 Jahre HBV der DDR, 30 Jahre Währungsunion - Erinnerungen an eine Zeit des Umbruchs

01. Juli 2020
Bodo Ramelow Kultur

Das Jahr 2020 ist reich an Jubiläen, auch und gerade solchen, die in engem Zusammenhang zur deutschen Einheit stehen. Aus der Rückschau betrachtet mutet manches sehr fern, anderes wiederum so nah an, als sei es gestern gewesen. Als Gewerkschafter, der ich selbst Teil dieses Einigungsprozesses war, denke ich dabei vor allem an meine ersten Wochen im Frühjahr 1990 in Erfurt. Es muss der 28.02. gewesen sein, als ich zum ersten Mal als Gast zu einer Betriebsversammlung ins Centrum Warenhaus eingeladen war. Dieser Einladung folgte die Bitte meiner Gewerkschaft, der HBV (Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen), ich möge doch für die Dauer von drei Monaten ein Beratungsbüro in der DDR für Arbeitnehmerfragen betreuen. Aus diesen drei Monaten wurden nun 30 Jahre und Thüringen mein neues Zuhause.

Eine Synagoge für Eisenberg!

03. Juni 2020
Bodo Ramelow Texte

Gestern sind wir in das Themenjahr „900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen“gestartet – ein Jubiläum, das keineswegs so selbstverständlich ist wie andere Jubiläen, die immer und überall im Festkalender auftauchen und wieder verschwinden. Nur, wer sich der wechselvollen Geschichte bewusst ist, die Jüdinnen und Juden in Thüringen, Deutschland und Europa durchlebten, kann ermessen, was für ein Geschenk es ist, dass wir ein solches Themenjahr gemeinsam mit unseren jüdischen Brüdern und Schwestern begehen können. Denn es waren Deutsche – unsere Vorfahren – die vor noch nicht einmal einem Menschenleben alles daran setzten, jüdisches Leben in Europa gänzlich auszulöschen.

Auf in die nächste Etappe!

29. Mai 2020
Bodo Ramelow Texte

In den letzten Tagen waren die großen Medien beherrscht von Debatten um die Vorschläge, die ich in der vergangenen Woche zum weiteren Weg in der COVID19-Pandemiesituation unterbreitet hatte. Die Auslegungsversuche meiner Worte funktionierten ungefähr so:

„Was hat er gesagt?“, „Hat er’s gesagt?“, „Er sagt, Corona sei nicht gefährlich? Bislang hat er doch das Gegenteil behauptet.“, „Was? Keinen Mund-Nasen-Schutz mehr? Der lief doch jetzt wochenlang mit einem >Babbel mich ned voll und wasch dei Händ<-Maske rum. Unfassbar.“ Auslöser der Debatte war ein Interview, das ich der Thüringer Allgemeinen in der vergangenen Woche gegeben hatte und zu dessen Inhalten ich nach wie vor stehe – aller Aufregung zum Trotz. 

Verantwortungsbewusste Solidarität

23. Mai 2020
Bodo Ramelow Texte

In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir die wahrscheinlich größte Herausforderung in der Geschichte unseres Freistaates seit der deutschen Einheit durchlebt. COVID19 hat uns große Aufgaben auferlegt, schwere Entbehrungen ertragen lassen und auch die Landesregierung veranlasst, Entscheidungen zu treffen, von denen niemand glaubte, sie jemals treffen zu müssen. Mit einer großen Kraftanstrengung haben wir für die Gefährlichkeit des Erregers sensibilisiert und die nötige Zeit gewonnen, um unser Gesundheitssystem für den Notfall zu rüsten. Das Virus hat uns  verändert und nein, die Gefahr ist nicht vorbei und alles, was wir uns bis jetzt an Vorsichtsmaßnahmen und Alltagspraktiken aneignen mussten – vom Hygieneplan bis zum Mund-Nasen-Schutz - bleibt nach wie vor wichtig und sinnvoll.