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Erfurt: Gut gemacht!

24. Oktober 2011
Bodo Ramelow Partei, Programmdebatte, Politik

Nachdem ich beschlossen habe, nicht über jeden der drei Parteitagstage einen eigenen Tagebucheintrag zu schreiben, sondern einen Text über alles, muss ich nun sortieren, was ich auf jeden Fall festhalten will. Gefühlt waren es tausend notierenswerte Erlebnisse und Eindrücke, da fällt es schwer, etwas rauszugreifen. Wichtig ist mir aber zuallererst allen DANKE zu sagen, die am Erfolg dieses Parteitages mitgearbeitet haben und das waren vor allem unsere Thüringer Genossinnen und Genossen. Die gesamte Organisation war in Verantwortung des Thüringer Landesverbandes und ich finde Ihr habt das richtig richtig gut gemacht!

Angesichts der perfekten Organisation und in Anbetracht des hervorragenden Ergebnisses des Parteitages – 96 Prozent Zustimmung für ein zukunftsweisendes linkes Erfurter Programm – bin ich schon ziemlich erstaunt, über manche Zeitungsberichte. Da lese ich zum Beispiel, der Ramelow säße missmutig in der Mitte des Raumes, anstatt in der ersten Reihe. Dass ich Delegierter für Thüringen bin – und das natürlich auch sein will, sonst hätte ich mich nicht wählen lassen (!) – wird da völlig ausgeblendet. Und dass ich vielleicht auch mal etwas angestrengt ins Antragsheft schaue, liegt vielleicht einfach daran, dass man sich eben konzentrieren muss, wenn man immer wissen will, über was man gerade abstimmt. Und den Anspruch habe ich schon, denn – noch einmal – sonst hätte ich mich nicht delegieren lassen.

Vor dem Parteitag habe ich ins Tagebuch geschrieben, dass ich einen fröhlichen und sonnigen Parteitag erwarte und ich glaube, so ganz unrecht habe ich nicht gehabt ;o). Nun müssen wir zeigen, ob wir mit dem zweiten Erfurter Programm tatsächlich auch Geschichte geschrieben haben. Dazu müssen wir zeigen, dass wir mit diesem Text als Grundlage die Erfolgsgeschichte der LINKEN fortschreiben und vor allem die gesellschaftlichen Verhältnisse hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit verändern können. Wenn uns das gelingt, dann können wir das hinter uns liegende Wochenende wirklich als historisch bezeichnen.

Schließlich noch ein ganz persönlicher Gedanke: Ich glaube dieser Parteitag hat auch sehr deutlich gemacht, dass auch für religiöse Menschen in unserer Partei Platz ist und Glauben als individuelles und als gesellschaftliches Phänomen anerkannt wird. Das zeigt mir nicht nur der beschlossene Programmtext, sondern das zeigen auch die Reden von Gregor Gysi und Klaus Ernst und vor allem viele persönliche Gespräche am Rande.

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1 Kommentare

Günter Frech

24. Oktober 2011

So sind sie!

Lieber Bodo, was erstaunt dich an unseren Medien und der Berichterstattung über DIE LINKE? Muss ich dir als ver.dianer und Journalist etwas über die Besitzverhältnisse erzählen? Und Du kennst das Zitat zur Pressefreiheit von Paul Sethe. Ich bin über einige meiner Kolleginnen und Kollegen nur noch zornig. Was die schreiben, hat mit redlichem Journalismus nix mehr zu tun. Mit Schaum vor dem Mund läßt sich ebebn nicht gut reflektieren. Pressefreiheit heißt neudeutsch frei von Inhalt. Schau dir doch die lausige Berichterstattung zur derzeitigen Krise an. Aufklärung? Hintergründe? Fehlanzeige!

Um so erstaunder bin ich, dass es immer wieder Leute in eurer Partei gibt, die über jedes Stöckchen hüpfen, das ihnen die Kampfpresse hinhält. Einfach mal die Klappe halten, wäre ganz neudeutsch mein Tipp, wenn Spiegel, FR, Welt, Tagesspiegel oder sonst wer anruft. Was die wollen, ist doch so durchschaubar.

Du kennst das von der Berichterstattung über Gewerkschaften. Erinnerst Du dich noch? Die IG Chemie oder die BSE war immer die moderade und vernünftige Gewerkschaft und die IG Druck und Papier - später IG Medien - war immer die linksradikale, unvernünftige Klassenkämpfergewerkschaft. Und Du kennst es auch von deiner HBV, da wurden auch immer die Guten gegen die Bösen ausgespielt. Rufe dir ins Gedächnis, wie sie über das rote Sofa und den Mainzer Gewerkschaftstag berichtet haben. Oder über die Quotendebatte auf dem Bremer Gewerkschaftstag.

Nicht nur das Finanzkapital muss an die Kette gelegt werden. Es ist auch an der Zeit, über andere Medien nachzudenken. Zum Beispiel über eine Stiftung, die ein öffentlich-rechtliches Printerzeugnis auf den Weg bringen könnte. Und wenn wir dann noch thematisieren, wie wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus dem Würgegriff der Politik befreien, sind wir auf dem richtigen Weg.

Die allerbesten Grüße aus dem bürgerlich-beschaulichem Steglitz im Südwesten von Berlin,

herzlichst,

Günter Frech