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Zur Zeit wird gefiltert nach: reise

19. April 201617:52

Zu Besuch bei Cranach in Moskau

Mit Irina Antonowa‎, der langjährigen Leiterin des Moskauer Puschkinmuseums.

Im Zentrum des ersten Tages meiner Reise nach Moskau und Kasan standen das Reformationsjubiläum und die Landwirtschaft. Der Tag begann mit dem Besuch der großen Cranach-Ausstellung im Moskauer Puschkinmuseum. Sie ist in mehrfacher Hinsicht eindrucksvoll. Der von Cranach und seiner Werkstatt so unvergleichlich in seinen Gemälden zur Anschauung gebrachte Geist der Reformation ist reiner ästhetischer Genuss. Die Bilder wirken gemeinsam in ihrer Schönheit.

Politisch wäre eine solche Ausstellung die erstmals Cranach Gemälde aus Russland und Gotha zusammenbrachte vor noch nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen. Es ist nicht zuletzt einer Initiative meiner Amtsvorgängerin Christine Lieberknecht und der früheren Direktorin des Puschkinmuseum Irina Antonowa‎ zu verdanken, dass diese umfassende Werkschau jetzt zu sehen ist. Das Interesse ist riesig, die Moskauer stehen Schlange, an Wochenenden drängen sich bis zu 7000 Besucher in die Ausstellung. Und ein glücklicher Zufall will es so, dass ich Frau Antonowa sogar persönlich begegne. Sie ist ins Museum gekommen, weil ein Monet geliefert wird, der bald erstmalig außerhalb Frankreichs gezeigt wird.


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27. Februar 201616:45

Nach der Papst-Audienz

Privataudienz bei Papst Franziskus am 26.02.2016, Foto: photovat.com

Papst Franziskus hat mir aufgetragen, mein Tagebuch wieder konsequent zu führen. ;o) Nein, hat er natürlich nicht, aber der Besuch im Vatikan ist ein guter Anlass, mal wieder ein paar Zeilen aufzuschreiben. Nun liegen sie also hinter mir, die drei Tage Rom. Es gab zwei zentrale Themen während dieser Reise: Die europäische Flüchtlingspolitik und die Entwicklung der Ökumene im Hinblick auf das bevorstehende Reformationsjahr. Insofern war es auch gut, dass die Audienz bei Franziskus entgegen der ursprünglichen Planung erst am Freitag stattfand, denn auch da spielten beide Fragen noch einmal eine wichtige Rolle. Aber der Reihe nach.

Erster Termin am Mittwoch war ein Gespräch mit der Vize-Präsidentin der italienischen Abgeordnetenkammer Marina Sereni. Wir haben uns eine gute Stunde über die geplante Verfassungsreform in Italien und über unsere Erfahrungen bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen unterhalten. In der Verfassungsreform soll aus der zweiten Parlamentskammer ein Rat der Regionen werden. Frau Sereni war aber auch sehr gut darüber informiert, dass ich als Ministerpräsident und Mitglied der LINKEN ein Unikat in Deutschland bin. Sie wollte von mir wissen, wie es ist, mit einer Stimme Mehrheit zu regieren und ich konnte ihr zufrieden antworten, dass es seit der MP-Wahl noch nicht wieder auf diese eine Stimme angekommen ist.


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6. Januar 201615:10

Eindrücke aus Budapest

Am Ufer der Donau in Budapest

Zwischen den Feiertagen war ich für ein paar Tage in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Nach Gesprächen mit Vertretern der Wirtschaft und der Kirche habe ich einen kleinen Einblick in die Lebenswelt des Landes bekommen. Wenn wir uns fragen, warum der europäische Zusammenhalt so geschwächt wirkt, müssen wir auch die Perspektive der Menschen in den verschiedenen Staaten einnehmen können. Der Mindestlohn in Ungarn liegt bei weniger als drei Euro, aber die Lebenshaltungskosten sind fast so hoch wie bei uns. Wie lässt sich so der Alltag bewältigen? Wenn das wirtschaftliche Niveau Ungarns nur bei 20 Prozent des europäischen Durchschnitts liegt, dann geht etwas schief. Dann verliert Europa auch seinen Glanz und Hoffung.

Wenn die Menschen in Ungarn das Gefühl haben, nur noch in einer Kolonie zu leben und zum verarmten Zuschauer der europäischen Zusammenarbeit degradiert zu sein, dann muss man sich über einige Wahlergebnisse nicht wundern. Europa muss von den Menschen gelebt und gedacht werden. Deshalb habe ich während meines Besuchs auch gerne wahrgenommen, dass es in Ungarn auch Wirtschaftsfachleute gibt, die sich klar für die Erhöhung des Mindestlohns einsetzen. Ich konnte mit Unternehmern sprechen, die deutlich sagen, dass Europa nur mit gemeinsamen Mindeststandards bei Renten und Löhnen wachsen kann.


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30. Oktober 201523:58

Zurück aus Israel

Gespräch mit Zehava Galon, Mitglied der Knesset und Vorsitzende der Meretz-Partei

Die Israelreise, die am Sonntag begonnen hatte, ist nun seit gestern schon wieder Geschichte. Tel Aviv, Jerusalem, Haifa – es waren viele gute und wichtige Termine. Dazu hatten jeweils einzelne Gruppen aus unsere 50-köpfigen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturdelegation noch gesonderte Gespräche, um Kooperationen vorzubereiten oder schon abzuschließen. Die vielen zufriedenen Gesichter am Abschlussabend haben mir gezeigt, dass es eine erfolgreiche Reise war. Der große Aufwand hat sich gelohnt und ich möchte auch hier noch mal ein großes Dankeschön all jenen aussprechen, die das alles vorbereitet haben.

Von Beginn an hatte ich gesagt, dass ich diese erste Auslandreise als Ministerpräsident nach Israel machen wollte und zwar nur nach Israel. Ich kann verstehen, dass das auch Fragen aufwirft. Mir ging es darum deutlich zu machen, dass ich als Thüringer Regierungschef zu der Verantwortung stehe, die uns die Geschichte gelehrt hat. Buchenwald, Dora, Topf und Söhne – was ich in diesen Gedenkstätten gesehen habe, ließ für mich keinen anderen Schluss zu. Das heißt nicht, dass ich die Situation in der Region ignoriere, wir machen nur in Thüringen keine aktive Außenpolitik.


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27. Oktober 201523:20

Erinnerung als Schlüssel zur Zukunft

Bei der Einweihung einer vom Freistaat Thüringen gestifteten Kinderschaukel im Kibbuz Lehavot Haviva, Foto: TSK

Heute‎ war ein angefüllter Tag. Umgehauen hat es mich, als am späten Nachmittag die Dunkelheit hereinbrach. Da haben wir gerade den Kibbuz Lehavot Haviva im Nordosten von Israel besucht. Von dort kann man auf arabisch besiedeltes Gebiet schauen. Das Westjordanland ist weniger als ein halbes Dutzend Kilometer entfernt. Der Kibbuz wurde 1949 gegründet. Einer der Gründer war Robert Büchler. Er wurde 1944 mit 15 Jahren gemeinsam mit seiner Familie nach Auschwitz gebracht und kam im Januar 1945 mit einem Todesmarsch nach Buchenwald. Dort wurde er im April 1945 von der amerikanischen Armee befreit. Sein gesamtes restliches Leben, immerhin rund 64 Jahre, widmete er der Erinnerung an den nationalsozialistischen Schrecken, aber eben auch an den Widerstandswillen seiner Opfer. Diesen Widerstandswillen nicht zu vergessen, gebietet nicht nur der Respekt vor den Menschen, die im Herzen der Barbarei ihre Menschlichkeit bewahrten. Das "Nie wieder!" wird nirgendwo eindrücklicher als aus dem Mund derjenigen, die sich gegen den braunen Terror behaupteten. Aber diese Menschen treten einer nach dem anderen ab. Heute hat mich die Nachricht vom Tod des Vorsitzenden des Häftlingsbeirats von Buchenwald, Floréan Barrier, erschüttert.

Das Erbe von Robert Büchler lebt im Kibbuz Lehavot Haviva weiter. Dort leben in unmittelbarer Nähe zum arabischen Gebiet Menschen verschiedener Religion und Herkunft friedlich zusammen. Juden, Araber, Christen, sie alle überwinden die inneren Grenzen und leben den Frieden in einer Zeit, die nur wenig Hoffnungsschimmer kennt. Der Kibbuz wächst. Neue Menschen kommen dazu. Junge Menschen, die Kinder mitbringen und bekommen. Ich habe lange nicht mehr so viele Kinder auf einmal herum toben gesehen wie in Lehavot Haviva. ‎Das frohe Geschrei der Kinder, die eine neue Schaukel in Besitz nahmen, das ist der Klang der Hoffnung auf Frieden, den diese Region so dringend braucht.


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