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17. März 201811:54

Newroz pîroz be!

In diesen Tagen begehen Menschen im Irak, im Iran, in Afghanistan, in der Türkei, in Syrien und vielen anderen Ländern Naurūz, Newroz, Nevruz oder Navro’z und feiern damit den Beginn des Frühlings. Seit mehr als 3.000 Jahren ist das so und nicht zuletzt auch deshalb gehört dieses Fest seit 2009 zur UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbe der Menschheit.

 

Aber viele Menschen können dieses Fest nicht unbeschwert feiern. Noch immer gibt es Länder, die es verbieten Newroz zu feiern und in diesen Tagen sind unsere Gedanken bei all den Menschen, die unter Krieg und Terror leiden. In Afghanistan, im Irak und in Syrien herrscht Krieg.

 

Vor allem zwei Orte stehen in diesem Jahr symbolhaft dafür. Ost-Ghouta und Afrin. Tausende Menschen sind dort täglich mörderischen Angriffen ausgesetzt. Bomben werden abgeworfen, Raketen abgefeuert, die humanitäre Lage ist katastrophal. Diese Angriffe müssen endlich beendet werden. Syrien braucht in diesen Tagen nicht immer mehr Militär, sondern kluge Diplomatie.

 

Mit Gewalt sind Konflikte nicht zu lösen, nirgendwo in dieser Welt.

 

Und ja, mich beschäftigt besonders, dass sich auch ein Mitgliedsland der NATO, die Türkei an solchen völkerrechtswidrigen Angriffen beteiligt und die Weltgemeinschaft zuschaut. Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass wir voller Sorge nach Kobane schauten, wo die kurdischen Selbstverteidigungskräfte, alle Angriffe des IS zurückschlugen und die türkische Armee an der Grenze stand und zuschaute.

 

Auch deswegen werde ich zu diesem Konflikt nicht schweigen und mich auch nicht durch Drohungen einschüchtern lassen. Wie sollte ich auch schweigen, wenn Zivilisten bombardiert werden, wenn Menschen in Todesangst sind und die Welt schaut zu. Wenn Menschenrechte noch was zählen, wenn uns die Werte, die wir als Europäer immer gern hochhalten, etwas wert sind, dann müssen wir uns einmischen.

 

Seit Tagen bin ich Drohungen und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Auch vor meiner Frau wird da nicht halt gemacht. Da wird eigens ein Twitterprofil angelegt und mit widerlichen Bildern belegt. Wer mich kennt, dem muss aber klar sein. Mich wird das nicht daran hindern, auch weiter meine Stimme zu erheben, egal ob es darum geht, sich Rassisten und Nazis in den Weg zu stellen oder sich für eine friedliche Konfliktlösung in Syrien einzusetzen.

 

Aber auch im Protest gilt. Unser Protest muss friedlich sein und friedlich bleiben. Angriffe auf Moscheen oder Menschen sind inakzeptabel. Genauso inakzeptabel sind aber auch Versuche, Newroz unter einen Generalverdacht zu stellen. Ich bin froh, dass die Gerichte die große Newroz-Kundgebung in Hannover zugelassen haben.

 

Wer friedlich seine Religion und seine Feste bei uns feiern möchte, der steht unter dem Schutz unseres Grundgesetzes. Deshalb gehört der Islam genauso zu Deutschland, wie auch das Newroz oder Nouruz oder Newruz Fest. Yeziden, Kurden, Aramäer, Zoroasten, Aleviten, Türken sollten den Frühling friedlich und freundlich begrüßen und sind wir also in Gedanken in diesen Tagen bei den Menschen in Afrin und Ost-Ghouta, stehen wir auf gegen Krieg und Vertreibung und streiten wir für Humanität und Menschlichkeit.

 

Ich wünsche ein friedliches Newroz 2018!

 

Alles Gute zu Newroz! Newroz pîroz be!

 

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