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Staatskanzlei Erfurt

11h Staatskanzlei Erfurt
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Antworten Retweeten Favorit Bundesverdienstorden überreicht von @bodoramelow an: Dr. Hartmut Krebs, Fritz Lehmann, Peter Pabst und Dr. Gerhard… twitter.com/i/web/status/9…


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12h Staatskanzlei Erfurt
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Antworten Retweeten Favorit Auch in diesem Jahr nahm Frau Rückert für die #Volkssolidarität gGmbH eine Spende von @bodoramelow entgegen. pic.twitter.com/X4rH8NjUuy


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Kilian Martin

18h Kilian Martin
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Antworten Retweeten Favorit @bodoramelow @katholisch_de Wir haben die Stellungnahme aufgenommen und den Vorgang hoffentlich ausreichend transpa… twitter.com/i/web/status/9…


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Zur Zeit wird gefiltert nach: Rechtsextremismus & Antisemitismus

Ohne Erinnerung und Mahnung keine Aussöhnung

Zum Tode von Avital Ben-Chorin

 

Gestern erreichte mich die Nachricht vom Tode Avital Ben-Chorins. Für mich war das eine erschütternde Nachricht. Avital Ben-Chorin wurde am 25. Februar 1923 in Eisenach in Thüringen geboren. Als Jugendliche schloss sie sich dem jüdischen Pfadfinderbund an und konnte 1936 im Rahmen der Kinder- und Jugend-Allija Deutschland verlassen und nach Palästina auswandern.

Ihre Eltern und viele Familienangehörige wurden in Auschwitz und Theresienstadt ermordet.

Avital Ben-Chorin beteiligte sie sich aktiv am israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948, studierte Pädagogik und arbeitete später als Publizistin.

Früh setzte sie sich für die Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland ein und organisierte 1963 einen der ersten Austausche von Jugendlichen. In einem Interview schildert sie eindrucksvoll, wie es dazu kam. Im Rahmen von Aktion Sühnezeichen arbeitete sie aktiv am Aussöhnungsprozess mit.

Ich lernte Avital Ben-Chorin 2008 bei einem Besuch in Israel kennen. Meine Eindrücke schilderte ich damals so:

„Eine freundliche ältere Dame, Avital Ben-Chorin (Witwe von Ben-Chorin, dem Gründer der Synagogengemeinde Har-El/die erste liberale Gemeinde Israels), begrüßt mich mit der Frage, woher ich denn komme. Ich sage ihr, dass ich in Erfurt zu Hause bin und schwups bin ich sprach- und fassungslos. Sie ist in Eisenach geboren, vor 85 Jahren und trägt mir gleich auf, Grüße an eine gute Seele in der Jüdischen Landesgemeinde zu bestellen. Sie kennt die Frau in Erfurt schon seit 1986, denn da war sie eine der wenigen noch Aktiven des jüdischen Lebens in Erfurt. Erst letztes Jahr ist sie bei der KAS in Erfurt zu einem Vortrag  gewesen. Mit diesen Worten wurde ich gleich so platziert, dass die energische aber sehr liebevolle Dame mir dann den ganzen Sabbat-Ablauf erklären konnte. Wieder bei mir was eingestürzt – alles deutlich in Deutsch, damit ich es auch ja verstehe. Meine frühen Besuche in Frankreich habe ich in diesem Punkt sehr unangenehm in Erinnerung: Deutsch war tabu und mehrmals Anfang der 70-er musste ich mich als junger Kerl dann in Paris mal pauschal als Nazi beschimpfen lassen. Hier hatte ich Beklemmungen und siehe da – falsch! Wirklich Betroffene des Holocaust nehmen uns freundlich auf und fragen wie es in Deutschland geht und wen ich grüßen soll!“

Und fortan begegneten wir uns immer wieder, so etwa 2010 und 2012, als Frau Ben-Chorin Thüringen besuchte. Schon weit über 80 beeindruckte sie mich und uns alle damals mit ihrer Schilderung der dramatischen Lage der Jüdinnen und Juden im Deutschland nach 1933. Das was sie erzählt, weckt viele Emotionen. Ihre Eltern schickten sie 1936 von Eisenach nach Palästina, um sie vor den Schikanen der Nazis zu bewahren. Die Eltern selbst, besuchten sie kurz darauf noch einmal, bekamen aber keine Aufenthaltserlaubnis und gingen zurück nach Deutschland, wo sie dann deportiert und ermordet wurden. Avital Ben-Chorin ist aber auch wichtig, von Dingen zu berichten, die Hoffnung machen. Das lässt sich einerseits auf den jüdisch-christlichen Dialog beziehen, für den sie und ihr Mann sich immer stark gemacht haben. Es geht ihr aber auch um die Menschen, die sich gegen das mörderische System der Nazis eingesetzt haben und sie weist auch israelische Jugendliche noch heute darauf hin, dass zu diesen „Gerechten unter den Völkern“ auch Deutsche gehören. Mich hat das tief beeindruckt und ermutigt nicht nachzulassen darin, dass wir in Deutschland immer wieder daran erinnern müssen, was der Faschismus für viele Menschen bedeutet hat. Ohne diese aktive Erinnerungskultur wird die Aussöhnung nicht gelingen.

2012 wurde Avital Ben-Chorin Ehrenbürgerin der Stadt Eisenach und 2013 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Wir verlieren mit eine aktive Mitstreiterin für Erinnerung und Aussöhnung. Es wird uns eine wichtige Pflicht sein, dass Andenken an sie in Thüringen zu bewahren.

Im Rathaus der Stadt Eisenach liegt ein Kondolenzbuch im Gedenken an Frau Ben-Chorin aus.

Ein bewegtes Wochenende

Manchmal lassen sich Ereignisse nicht vorhersehen. Mein Terminkalender hatte mir zwar ein volles Wochenende beschert aber mit vielen spannenden und schönen Terminen, die unterschiedlicher kaum sein konnten.

Da war die Eröffnung der 4. Thüringer Landesgartenschau in Apolda bei herrlichem Sonnenschein. Und Apolda hat sich wunderbar herausgeputzt. Überall blüht es, Straßen und Plätze wurden saniert, eine neue Kita und eine Sporthalle wurden gebaut, Investitionen in die Zukunft einer Stadt, die auch zeigen, dass sich die Landesregierung um eine ausgewogene Landesentwicklung kümmert. Und schon am ersten Wochenende besuchten Tausende Apolda. Die Landesgartenschau ist in diesem Jahr ein echter Highlight und ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall.

Dass es dann doch so wahr, dass die Eröffnung einer Schau, die für unser Land ja auch Werbung nach außen ist, zu nutzen, um Stimmung gegen die Verwaltungs-, Funktional- und Gebietsreform zu machen, blieb dann trotz aller Lautstärke eine Randnotiz.


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Sachor! Gedenke!

Es war eine besondere Woche, die gestern mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus abschloss, jenes Tages, den Roman Herzog als Bundespräsident am 3. Januar 1996 proklamierte. Zur Begründung führte er aus:

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Roman Herzog war am 10. Januar verstorben und wurde in dieser Woche mit einem Staatsakt verehrt.


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