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    11. April 201115:15

    Eigentlich sind die doch gar nicht so arm ...

    So, den Sonntagabend hab ich mal wieder im Studio bei Anne Will verbracht und nun weiß ich auch, was die Ex-Weinkönigin Julia Klöckner über Kinderarmut denkt: Ist doch gar nicht so schlimm. Schließlich sei die Armut in Deutschland am Durchschnittseinkommen gemessen und wenn wir ein paar Millionäre aus dem Land schicken würden, dann wäre auch die Armut geringer - zumindest statistisch. Ich halte das für unverantwortliche Schönrednerei, die völlig aus dem Blick nimmt, wie es Kindern geht, die aus der Gesellschaft ausgegrenzt sind. Wir brauchen eine Politik, die das Kind in den Mittelpunkt der Förderung stellt und ihm Chancen entsprechend seiner Fähigkeiten eröffnet. Wer wissen möchte, was ich noch zum Thema zu sagen hatte, kann sich die Sendung in der ARD Mediathek anschauen.

    Weil es in der TV-Runde auch um den zuvor ausgestrahlten Tatort ging, hatte ich das besondere Vergnügen, mir die aktuelle Folge schon am Samstagmittag auf DVD anzuschauen. Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man vor dem Rest der Republik weiß, wer der Mörder ist. Außer mit Fernsehen habe ich das Wochenende auch mit Wandern verbracht. Wir waren im Mühltal in der Nähe des Hermsdorfer Kreuzes. Lustigerweise trafen wir dort auch Leute, die mich nicht nur kannten sondern auch schon wussten, dass ich am Sonntagabend bei Anne Will sein werde. Die Gegend kann ich aber wirklich nur empfehlen, eine herrliche Landschaft.

    Zum Freitag will ich noch nachtragen, dass wir erst Landespressekonferenz und am Nachmittag Landesvorstandssitzung hatten. Im Landtag sieht es immer mehr nach einem Untersuchungsausschuss in Sachen Polizeiwagen und -hubschrauber aus. Da hat die Landesregierung ein echtes Problem, denn der Dreck unterm Teppich von Herrn Althaus wird immer mehr. Meine Immunität schließlich ist nicht aufgehoben, sondern verlegt wurden. Mal schauen, wie das weiter geht.

    Kommentare

    Jana Huster
    11. April 201115:51
    Zähneputzen

    Ich fand es ganz schön bizarr, wenn der tolle Koch sagt, dass man es jungen Leuten heutzutage schon an den Zähnen ansieht, aus welcher sozialen Schicht sie kommen und diese Frau antwortet, dass ja das Zähneputzen nicht Aufgabe des Staates sein kann. Diese Antwort fand ich so dreist...vor allem, seit ich erfahren habe, dass viele keine Zahnspange mehr bezahlt kriegen, wenn die Zähne nicht schief genug sind...

     

    Bernd Marnet
    11. April 201117:22
    "Anne Will" am 11.04.2011

    Lieber Bodo Ramelow,


    bezeichnend ist, das der Rest der Talkrunde eine bewundernswerte Zähigkeit besaß, eigene Buchveröffentlichungen, Filme, Restaurants oder Ansprüche auf Guttenberg-Nachfolge bei dem brisanten Thema Armut in den Vordergrund zu rücken. Gekünstelte Betroffenheit wegen der "armen Kinderchen", verbunden mit Politplattheiten aus Vor-Lehman-Zeiten, und das dann verbunden mit eitler Selbstdarstellung - man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, das nur Bodo Ramelow in der Realität lebt.

    Ich kam mir schon als Zuschauer vor, wie Robinson auf der Insel voller Wilder oder wie ein Alien, gelandet auf dem Planet der Affen -- wie fühlt sich das an, direkt und live neben der Möchtegern-Merkel, einem Koch, einer subventionierten Filmemacherin (die dann Eigeninitiative lobpreist) und einer Promi-Klatsch-Reporterin zu sitzen? Was geht da in einem vor?


    Freundliche Grüße,


    Bernd

    Tanja Gwiasda
    12. April 201107:15
    Frau

    Selbst wenn eine Zahnspange von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird, beim 1. Kind in Behandlung zahlt man 20% der Gesamtkosten und wenn ein 2. Kind zeitgleich in Behandlung ist, bei diesem dann 10% der Gesamtkosten. Dieser Eigenanteil muss bezahlt werden, man kann nicht davon befreit werden.....

    Peter Staudt
    11. April 201121:57
    Schwatzdrohnen im Dienst der Systembetreiber

    Anne Will ist der sichtbare Teil der staatlich betriebenen Desinformation. Was hier im Berliner Studio abgeht ist an Schäbigkeit und Heuchelei nicht mehr zu überbieten. Ich nehme hier bewußt keinen Bezug auf die vorgetragenen Inhalte sondern allein auf die "Art und Weise" der Darbietung. Schon allein die (gewollte!) Disparität der anwesenden Personen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Zuordnung ist eine schiere Provokation. TV-Produktionen dieser Machart gehören schon in ihrer Enstehung durch Erstürmung des Studios vereitelt. Warum sollen sich Millionen Menschen von einer handvoll superalimentierter Trullas beleidigen lassen ? Erst von Sabine Christiansen - dann von Anne Will ? Zum besseren Verständnis: ich bin Jahrgang 1955 und habe noch gelernt wie man so etwas durchzieht....


    Egal wie der Widerstand gegen den vielfach praktizierten Staatsterrorismus aussehen wird - Wir brauchen dringend andere Mediengesetze! MIT VOLKSBETEILIGUNG bei der FESTLEGUNG VON PROGRAMMINHALTEN!

    Stefan
    12. April 201100:05
    Anne Will

    Nachdem wir nun wieder festgestellt haben, daß es ausreichend vorhandene Zeitgenossen gibt, die dem ungebremsten hedonistischen Kapitalismus fröhnen, jeder Moral zum Trotze immer wieder Steigbügel finden um ihr rücksichtsloses Tun Schönzureden ist es doch sicher Zeit. Zeit, konstruktive und gesellschaftsfähige Konzepte zu entwickeln diesen unanständigen Mob loszuwerden. Sich darüber zu beschweren, daß die Welt oberflächlich und egoistisch ist wird auf Dauer nicht ausreichen...

    Gerald Unger Rheinland-Pfalz
    12. April 201109:29
    Marie Antoinette der Pfalz

    Wenn die Armen kein Brothaben, warum essen sie keinen Kuchen? Ob es auch für Weinkönigennen schon Guillotinen gab?

    Andrea
    12. April 201120:06
    Das Bild der Arbeitslosen

    Ich habe den Tatort gesehen und mir gedacht, schon wieder dieses grauenvolle Bild der absolut runtergekommen, saufenden, leidenden, auf Almosen angewiesenen ALG II - Empfänger! Da wird mir schlecht, es gibt intelligente, gut gekleidete, nicht rauchende oder nichttrinkende, kulturell interessierte, politisch engagierte ALG 2 Empfänger, zu denen ich mich zählen darf!!

    Aus diesem Grund hatte ich keine Lust mehr mir Anne Will anzusehen und zu hören, ich war schon vorher bedient!!!

    Den nächsten Film mache ich über 9 Jahre Arbeitslosigkeit und glücklichem Leben (es geht!!!)!!

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