Zur Zeit wird gefiltert nach: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Spannende Stunden in Kairo

- Das erwähnte Graffito mit der friedlichen Szene, bevor die Mauer gebaut wurde.
Es liegt Spannung in der Luft am Dienstagabend. Es knistert förmlich. Wir sitzen seit 19.00 Uhr bei der Sozialisten Partei Ägyptens und sprechen über die Revolution vom Tahrir-Platz. Wir sprechen über die Geschehnisse vom Januar und Februar 2011. Peer Gynt liegt mir im Ohr: "Ist es das Erhoffte oder das Erreichte, das uns verzweifeln lässt?" Dieser Satz ist in jedem Gespräch zu spüren.
Am Anfang der Revolution brauchte man Mut um die eigene Angst zu überwinden. Eine sehr reale Gefahr war vorhanden. Wenn man nicht zum System der Mächtigen gehörte und für mehr Freiheit, vor allem Gestaltungsfreiheit, auf die Straße ging. Panzer und Schlagstöcke waren sehr brutal und sind heute noch sehr real. Die Bilder und Graffitos der ermordeten Aktivisten sind überall an den Häuserwänden zu sehen. Interessant ist für mich, dass das Zumauern von Bewegungsräumen von Menschen hier offenbar weit verbreitet ist. Rund um die Amerikanische Universität, direkt neben dem Tahrir-Platz sind einfach die Querstraßen zugemauert und mit Stacheldraht gesichert.
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Spannende Gespräche am Nil

- Heinz Vietz RLS Vorsitzender,Peter Schäfer Büroleiter Ramallah und ich.
Meine Wochenplanung gerät durcheinander als der Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Bundesstiftung, Heinz Vietze, mich bittet, ihn mit nach Kairo zu begleiten. Seit dem die Konrad Adenauer Stiftung beträchtliche Probleme bei ihrer Arbeit in Ägypten hat, steht auch das von unserer Stiftung dort geplante Büro auf dem Prüfstand.
Als Vorstandsmitglied begleite ich Heinz. Unser Büroleiter aus Ramallah, Peter Schäfer ,kommt auch zu dem Treffen geflogen. Peters Arbeit in der Westbank konnte ich ja beim Besuch der Fraktionsvorsitzenden im Januar schon erleben und ihn mit vielen Fragen löchern. Wenn man etwas vom Nahen Osten verstehen will, lohnt es sich hinzufahren und vor Ort mit möglichst vielen unserer Partner direkt zu sprechen. Wir wollten uns ein Bild machen und erst dann entscheiden, ob unsere RLS als NGO in Kairo arbeiten kann oder ob es besser ist nach Tunis auszuweichen.
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Ein Reisepass muss reisen, damit es passt. (Grüße aus Ägypten)
Am Sonntagnachmittag sollte es für mich ja im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung nach Ägypten gehen. Dachte ich zumindest. Vorher also noch mal kontrollieren, ob ich auch alles dabei habe. Bis auf ein nicht ganz unwichtiges Dokument war alles vorhanden. Nur mein Reisepass fehlte. Sofort viel mir ein, dass er noch in meiner Aktentasche in unserer Wohnung in Erfurt steckte. Was also tun – nur acht Stunden vor dem geplanten Abflug? Selber riskieren hin- und zurück zu fahren? Und evtl. bei Stau nicht pünktlich zurück sein? Ich entschied mich dagegen und klingelte lieber meinen Mitarbeiter aus dem Bett.
Gefunden hatte Ben den Reisepass ohne Probleme, jetzt musste nur noch der Transport sicher gestellt werden.
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Konferenzhopping

Erst die Politik, dann das Wochenende. Heißt das so? Jedenfalls war ich Freitagnachmittag und Samstagvormittag noch bei jeweils sehr spannenden politischen Diskussionsrunden dabei – einmal zur Energiepolitik und einmal zur Rüstungskonversion. Und zwischendurch habe ich auch noch Fortschritte bei der Arbeit an meinem Dr. rer. aquarium gemacht ;-).
Am Freitag hatte die Rosa-Luxemburg-Stiftung zur Konferenz „Energiedemokratie und Grüner Sozialismus“ in Erfurt eingeladen. Gemeinsam mit der parlamentarischen Geschäftsführerin unserer Bundestagsfraktion Dagmar Enkelmann und Tilman Santarius von Germanwatch durfte ich über den Punkt „Energiedemokratie“ diskutieren. Energiewende heißt für mich, dass nicht nur der Atomausstieg rasch vollzogen werden muss sondern auch die Beteiligungsformen für die Menschen müssen verändert werden. Es sollte viele kleine Kraftwerke geben, über deren Arbeit die Bürger mitentscheiden können. Die wichtigsten Schlagworte sind für mich dabei dezentral, regional und regenerativ.
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Zeichen der Hoffnung

Es ist endlich wieder soweit. Der Kirschbaum im Landtagsgelände, den wir vor einigen Jahren als Symbol gegen den Irak-Krieg gepflanzt haben, blüht wieder. Letztes Jahr war er eine Woche später dran. Jeden Tag, wenn ich dort vorbeilaufe, denke ich, dass dieser Baum ein Zeichen der Hoffnung ist, weil er sich trotz aller Widrigkeiten nicht davon abhalten lässt, uns jedes Jahr mit seiner Schönheit zu erfreuen. Trotzdem denke ich beim Anblick der Kirschblüte auch an Japan und die immer noch ungewisse Lage in Fukushima. Der GAU ist nicht mehr in den täglichen Nachrichten, aber für die Menschen vor Ort geht die Katastrophe immer weiter.
Im Landtag dreht sich die Arbeit inzwischen um regionale Wirtschaftsförderung. Auf Anregung von Herrn Frost treffe ich mich mit einem Repräsentanten der Cluster Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland. Der Zusammenschluss von Unternehmen unternimmt einiges, um als Netzwerk gemeinsam erfolgreich zu sein. Wir besprechen erste Ideen über eine gemeinsame Aktion mit der Initiative Metropolregion, in der sich die mitteldeutschen Städte zusammengeschlossen haben. Eine Konferenz in Altenburg könnte beispielsweise gute Impulse für die weitere Arbeit geben.
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