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21. Mai 201321:15

Der feine Unterschied

Ja es gibt einen feinen aber entscheidenden Unterschied zwischen dem diesjährigen Pfingstfest und der schwarz-rosa Landesregierung. Während letztere schwach begonnen hat, um dann stark nachzulassen, konnte sich Pfingsten durchaus sehen lassen. Nach dem Unwetter am Freitag - im Gegensatz zum Dach eines Erfurter Real-Marktes hat das, unter dem wir saßen zum Glück dicht gehalten - und dem Dauerregen am Samstagvormittag wurde es noch richtig schön. Und das haben wir ausführlich genutzt.

Die Wanderlust führte uns am Sonntag zunächst ins Hofgut Wilhelmsglücksbrunn im Wartburgkreis, wo uns zwar keine Pfingstochsen begegneten, dafür aber waschechte Wasserbüffel. Außerdem gab es auch glückliche Hühner, nicht weniger glückliche Schafe und das alles strahlte eine beeindruckende Friedlichkeit aus, dass man sich einfach wohlfühlen musste.



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Wie in alten Zeiten

Am Wochenende war ich mal wieder in Marburg, quasi zum Klassentreffen mit alten HBV-Gewerkschaftern. Unter ihnen war auch der Kollege, mit dem ich vor vielen Jahren – es sind tatsächlich schon Jahrzehnte – die erste Demo zum 8. März organisiert habe. Für Viele bei uns in der alten Bundesrepublik war der 8. März nur kommunistische Propaganda. Die Notwendigkeit auf die mangelnde Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern hinzuweisen, wurde nicht gesehen. Dagegen haben wir damals angekämpft und es war ein langer Weg, den Frauentag in Marburg zu etablieren.

Beim Stadtrundgang erklärt mir die Stadtführerin, dass sie Mitglied im Marburger Kreisvorstand der LINKEN ist und außerdem gerade unser NSU-Buch gelesen hat. Sie würde mich am liebsten auch gleich für eine Lesung „buchen“. Ich werde mal schauen, was mein Kalender und diejenigen, die darüber bestimmen, dazu meinen ;o).



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7. Mai 201322:51

Zum Anbeißen

Gestern früh um acht  standen bei mir die Handwerker vor der Tür, denn nachdem der Winter nun endgültig vorbei ist, müssen noch ein paar Arbeiten erledigt werden, die warme Temperaturen erfordern. Während Dachdecker und Maler hoch motiviert unsere Wohnung betreten, bereite ich mich – etwas weniger motiviert – aufs Gehen vor. Ein Zahnarzttermin steht an, zu dem ich dann auch unverzüglich aufbreche. Es wird also nicht nur in der Wohnung sondern auch im Gebiss alles Nötige auf Vordermann gebracht.. Schließlich will ich spätestens im Wahlkampf wieder kraftvoll zubeißen.

Vom Zahnarzt geht es zum MDR-Studio, von wo aus ich live zu WDR 5 geschaltet werde. Liane von Billerbeck interviewt mich für ihre Sendung „Politikum“ zum Auftakt des NSU-Prozesses. Wir führen ein Streitgespräch über antifaschistisches Engagement und die angemessenen Methoden des Protests. Wer möchte, kann dass Gespräch auf der Internetseite von WDR 5 nachhören. Liane von Billerbeck kenne ich übrigens, weil sie vor einigen Jahren ein Buch über den sogenannten Satansmord von Sondershausen veröffentlicht hat.



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Du bist aber groß geworden

Außer der Reihe muss ich mal in eigener Sache bemerken, dass genau heute vor fünf Jahren mein erster Tagebucheintrag online ging. Und nun kann ich sagen: Du bist aber groß geworden, liebes Tagebuch. So war das am Anfang nicht geplant, aber es gab seit dem 23. April 2008 zu keinem Zeitpunkt einen Grund, mit dem Schreiben wieder aufzuhören. Da bin ich auch gleich an einem wichtigen Punkt:

Danke, liebe Tagebuchleser! Danke, dass es immer noch genug Leute gibt, die regelmäßig hier auf meiner Seite vorbeischauen, die Einträge lesen und vor allem mir auch immer mal eine Rückmeldung geben – sei es durch einen Kommentar, per E-Mail oder persönlich. Dadurch macht auch das Schreiben Spaß und so ist als schöner Nebeneffekt auch gleich eine ziemlich umfassende Dokumentation meiner Arbeit der letzten Jahre entstanden. Und da es im Moment nicht danach aussieht, als sei das Internet ein Trend, der bald wieder vergeht, werde ich auch erstmal weitermachen. ;o)


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Ein guter Tag

Was für ein schöner Tag war das gestern. Der hundertste Geburtstag von Stefan Heym, der Tag der ersten Rabbinerordination seit der Shoa in Erfurt und am Abend ein wunderbares jüdisches Festkonzert mit beeindruckenden Stimmen. Und es passte perfekt zu diesem guten Tag, dass mir auch noch persönlich eine Freude gemacht wurde, indem mir die Abraham-Geiger-Plakette überreicht wurde – als Dank für meinen Einsatz für die Rabbinerausbildung in Deutschland.

Es hat mich sehr berührt, dass das Abraham Geiger Kolleg mir diese Auszeichnung zukommen lässt und für die sehr freundschaftlichen Worte, die Walter Homolka in der Laudatio gesprochen hat, möchte ich mich auch via Tagebuch noch einmal bedanken. Gleichwohl ist eigentlich die viel größere „Belohnung“ für mein Engagement, dass ab dem Wintersemester die Jüdische Theologie mit fünf Professuren an der Potsdamer Uni verankert wird und dass es bereits jetzt, beginnend mit diesem Sommersemester, eine Kooperation zwischen der Weimarer Musikhochschule und dem Abraham Geiger Kolleg bei der Ausbildung Jüdischer Kantoren gibt.



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