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    Zur Zeit wird gefiltert nach: Linke Medienakademie

    Thüringen reloaded

    So fern und doch so nah – das schöne Saarland. Man kommt sich vor wie in Thüringen: Das Wahlergebnis bringt eine linke Mehrheit, nur die SPD vermag sie nicht zu sehen. Maas macht den Matschie und geht lieber mit der Union zusammen, weil sich gerechte Bildungspolitik, die Einführung eines Mindestlohns, ein Tariftreuegesetz und eine Vermögenssteuerinitiative ja so gut mit denen machen lassen. Die SPD sollte sich das Ergebnis noch mal genau anschauen: Die meisten Bürger hatten gar keine Lust bei dem Casting abzustimmen, welcher Ministerpräsident die falsche Politik am besten verkauft. Und diejenigen, die wählen waren, haben mehrheitlich gezeigt, dass sie für alternative Politikangebote stimmen.

    Ich hab meinen Sonntag – zumindest den Vormittag – in Eisenach bei einer Veranstaltung der Martin-Niemöller-Stiftung über die Auseinandersetzung der evangelischen Kirche mit alten und neuen Nazis verbracht. Im Gottesdienst vor der Podiumsdiskussion sprach Altpröpstin Elfriede Begrich auch über eine Anti-Kriegs-Kampagne von Israelis und Palästinensern, aus der auch das oben stehende Bild stammt.


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    Senf für Jauch, Mindestlohn für alle

    Quelle: www.born-feinkost.de

    Es gibt Dinge, die kann man sich nicht vorstellen, bevor sie passieren. Letzte Woche zum Beispiel hätte ich nicht gedacht, dass diese Woche fünfmal mehr Leute auf meine Internetseite kommen als sonst, weil sie bei Google nach „Born Senf“ und „Ramelow“ gesucht haben. Klingt komisch, ist aber so. Insofern hat es sich also gelohnt, dass ich bei Günther Jauch meinen Senf dazu gegeben haben.

    Gestern wollte dann noch „Bild“ von mir wissen, ob Herr Jauch eigentlich nach der Sendung sauer war und ob der nicht auch zu viel verdient, usw. Ich finde es geht nicht darum wie viel der einzelne Herr Jauch oder die einzelne Frau Merkel am Monatsende mit nach Hause nimmt. Man kann an Einzelbeispielen immer schön plakativ diskutieren – haben wir ja bei Herrn Wulff auch zur Genüge gemacht. Entscheidend ist aber, dass in unserer Gesellschaft die Schere zwischen sehr kleinen und sehr großen Einkommen immer weiter und immer schneller auseinander geht. Das müssen wir politisch angehen und die Aufregung über den Einzelfall überwinden. Wenn jede und jeder in diesem Land von seiner Arbeit auch gut leben könnte – mit einem Mindestlohn von zehn Euro – dann wäre mir auch egal, wie viel Herr Jauch für seine Sendung bekommt.


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    Internationaler Frauentag

    Dieser Tag ist eben kein alternativer Muttertag, sondern es ist der Tag, an dem seit 101 Jahren uns ganz deutlich vor Augen geführt wird, dass Frauen ausschließlich auf Grund ihres Geschlechtes benachteiligt, diskriminiert ,ausgebeutet und mies behandelt werden. Die Last der Familie und des Haushaltes wird dabei genauso selbstverständlich den Frauen auf die Schulter gelegt. Andererseits werden Sie dann aber fast durchgängig schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen und die geschlechtsspezifische Altersarmut wird einfach als „Naturgesetz“ hingenommen.

    „Her mit dem ganzen Leben“ heißt deshalb das Motto aktiver Frauen und ich kann nur sagen: Recht haben Sie!

    Ich beginne meinen Tag am 08.03 mit Blumen verteilen und dem gemeinsamen Frühstück mit allen weiblichen Mitstreiterinnen der Fraktion. Von den Abgeordneten ist jedoch fast niemand im Landtag, denn die sind teilweise seit 5 Uhr Morgens im Einsatz. Vor Krankenhäusern, Kitas, Schulen. Eben da wo viele Frauen berufstätig sind. 84% der Frauen in Thüringen sind in Teilzeit und fast 50% prekär beschäftigt. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Situation der Thüringer Frauen in den letzten 20 Jahren kontinuierlich schlechter geworden ist. An diesem 8. März gibt es also viele Anlässe zur Kritik und zum Kampf, aber auch zum nachdenken.


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    Zähne ziehen lassen

    Bildrechte: LiMA

    Donnerstag habe ich einen intensiven Tag in der RLS verlebt. Das Thema eines möglichen neuen Gebäudes und des damit verbundenen Umzugs wird genauso diskutiert, wie zentrale Satzungsfragen: Wollen wir eine Bundesvereinigung mit Landesverbänden oder eine stärkere und verbindlichere Kooperation der selbstständigen Landesvereine mit der "Mutter-Stiftung". Nebenbei schaue ich auch im LiMA-Büro vorbei (siehe Foto), wo die Vorbereitungen für die LiMA in Berlin (21.-25. März) auf Hochtouren laufen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten tolle Arbeit – LiMA ist prima :o).

    Nach den spannenden Gesprächen in Berlin wird auch die Rückfahrt nach Erfurt spannend – allerdings ganz anders. Erst beginnt einer meiner Zähne, von dem hier schon die Rede war, wieder mal unangenehme Signale zu senden. Von unterwegs rufe ich den Zahnarzt an und er ist so freundlich, auf mich warten zu wollen. Daraus wird nichts, weil der Schnee uns heftig erwischt. Zwei Stunden Stau alleine vor dem Hermsdorfer Kreuz vereiteln den Versuch noch rechtzeitig in die Praxis zu kommen. Dann auf der A4 der nächste Schock: Ein DHL-Laster ist umgefallen und alle Pakete auf der Straße verstreut. Also runter von der BAB und im dichten Schneegestöber rauf auf die Landtstraße. Mit drei Stunden Verspätung kommen wir endlich in Erfurt an.


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    16. Januar 201217:21

    Tel Aviv - Berlin

    Zurück in Deutschland verbringe ich das Wochenende in Berlin. Als erstes steht am Samstagvormittag die LiMA-Vorstandssitzung im Kalender. Wir besprechen die auf Hochtouren laufende Vorbereitung der Bundes-LiMA, die vom 21. Bis 25. März dieses Jahr zum ersten Mal in den Räumen der Berliner TU stattfindet. Unter anderem planen wir, dass der erste LiMA-Tag der Auseinandersetzung mit dem Nazi-Terror gewidmet sein soll. Außerdem können wir uns über die Zusagen vieler guter Partner freuen, so dass alle linken Medienmacher wieder ein sehr gutes Angebot an Vorträgen und Workshops erwartet. Und das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten ist auch nicht zu verachten ;o).

    Samstagnachmittag war ich beim Berliner LINKE-Landesvorstand zu Gast, um mit den GenossInnen über das Medienkonzept der Thüringer LINKEN zu sprechen. Von Thüringen lernen, heißt siegen lernen, oder so ähnlich ;o). Der Sonntag begann dann mit dem Gedenken an Karl und Rosa. Eine ganze Weile später erfuhr ich, dass eine Gruppe, die sich selbst als Stalinisten bezeichnet, zu gleichen Zeit ein Denkmal für die Opfer des Stalinismus geschändet hat. Ich finde das einfach widerlich so zu tun, als hätte es das Hotel Lux, die Gulags und die ganzen Schauprozesse nie gegeben. Sich als Stalinisten zu feiern, hat nichts mit links sein und erst recht nichts mit Rosa Luxemburg zu tun. Die hat zu ihren Lebzeiten schon sorgenvoll auf die Entwicklung in der Sowjetunion geschaut, weil sie wusste, dass ein Sozialismus nur demokratisch sein kann. Wer die Verbrechen des Stalinismus nicht anerkennt, der kann von mir aus sonst wohin gehen, aber nicht zur Ehrung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.


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