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Zur Zeit wird gefiltert nach: Kultur

4. Dezember 201320:11

Unfassbar schöne Musik

Neben den typischen diensttäglichen Sitzungen hatte der gestrige Tag auch ein richtiges Highlight: Die Antrittsvorlesung von Jascha Nemtsov, dem neuen bzw. ersten Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der jüdischen Musik an der Musik-Hochschule Weimar. Das war natürlich keine reine Vorlesung, sondern es gab sehr viel Musik – ganz besondere Musik.

Die Werke, die Prof. Nemtsov auf dem Klavier präsentierte, haben jüdische Komponisten in Gefangenschaft geschrieben, während sie den Tod vor Augen hatten. Gideon Klein schrieb die Musik in Theresienstadt bis er in der Gaskammer ermordet wurde und Vsevolod Zaderatsky komponierte im Gulag Soswa ein dreistündiges Stück, aus dem gestern in einer Uraufführung Auszüge präsentiert wurden. Man muss sich das vorstellen, wie diese Männer ohne Instrumente, ohne richtiges Papier geschweige denn Notenblätter gearbeitet haben. Unfassbar.


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21. November 201316:57

Chefsache Reinhardsbrunn?

Nach der Plenarsitzung war ich gestern Abend noch bei einem Treffen des Fördervereins von Schloss Reinhardsbrunn in Friedrichroda. Da war es nicht nur sehr voll – das Thema bewegt die Menschen vor Ort sichtlich – sondern es wurde auch richtig spannend. Aus dem Kreis der Anwesenden heraus outete sich plötzlich eine Frau, die meinte den Eigentümer der Schlossanlage zu vertreten. Wer da aber gedacht hatte, dass jetzt endlich mal einige Fragen zur Situation und vor allem zur Zukunft des Baudenkmals beantwortet werden würden, hatte sich zu früh gefreut.

Auf alle Fragen, die der vorgeblichen Vertreterin des Eigentümers gestellt wurden, antworte sie nur ausweichend. Schließlich meinte die Dame, sie habe es satt, dass ihr immer nur Vorwürfe gemacht würden. Ich meldete mich daraufhin zu Wort und erklärte ihr, dass die Leute es satt haben zuzusehen, wie ein bedeutendes Kulturgut immer weiter verfällt. Außerdem gibt es derzeit ganz akut Probleme mit einem kaputten Tor der Anlage. Es muss für 1500 Euro repariert werden, weil sonst nicht mehr gewährleistet ist, dass Kinder die marode Schlossanlage nicht als Spielplatz benutzen. Aber selbst zu diesem massiven Problem gab es keine Aussage der Vertreterin des Eigentümers.


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21. Oktober 201320:04

Unser schönes Schloss

Am Wochenende haben wir den Frühling mitten im Herbst genossen. Wenn nicht die Blätter von den Bäumen fallen würden, könnte man sich einbilden, dass bald die Knospen sprießen. Allerdings habe ich dem Wetter nicht so ganz getraut und war deshalb gestern ein bisschen ratlos, was ich zum Spaziergang anziehen soll. Mit der Jacke war’s dann jedenfalls schön warm.

Zuhause habe ich mich gestern mit unserem Schloss beschäftigt. Nein, es gibt kein Schloss der Familie Ramelow, sondern „unser“ meint in dem Fall die Thüringerinnen und Thüringer. Mit Schloss Reinhardsbrunn haben wir ein einzigartiges Baudenkmal, das leider vor einigen Jahren von der öffentlichen Hand an Immobilienspekulanten verkauft wurde. Da die Schlossanlage in einem Firmengeflecht dann hin- und herverkauft wurde, scheinen die eigentlichen Eigentümer nun nicht mehr feststellbar zu sein. Frau Lieberknecht hatte Reinhardsbrunn einmal zur Chefsache erklärt, aber passiert ist nichts. Unser schönes Schloss gammelt vor sich hin.


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Alles fest im Blick

Ich bin dann mal wieder da. Die vierzehn Tage Ruhe am Thüringer Meer waren sehr schön, auch wenn ich hier im Freistaat nie so ganz inkognito Urlaub machen kann. Aber es gibt in der Gegend zwischen Hohenwarte und Bleiloch kilometerlange Wanderwege, auf denen man ganz für sich allein unterwegs ist. Da wir nicht zum ersten Mal hier sind, kennen wir inzwischen die vielen schönen Stellen – und auch die Stelle, wo die Tourismusentwicklung noch vorwärts getrieben werden muss.

Dieses Mal haben wir eine Woche im Paddelboot Urlaub gemacht. Attila hat dafür extra eine Hunde-Schwimmweste bekommen. Jedes Mal, wenn wir uns dem Ufer genähert haben, war er ganz aufgeregt. Er ist dann immer schon ein paar Meter vor dem Festland aus dem Boot gehüpft, um die letzten Meter zu schwimmen. Eines unserer beliebtesten Wanderziele war das Mooshäuschen, in dem sich zu unserer Überraschung inzwischen Siebenschläfer eingenistet haben. Die sind so zutraulich, dass sie einem sogar aus der Hand fressen. Ansonsten hatten sie uns immer fest im Blick, während wir die schöne Aussicht ins Tal genossen.



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31. Mai 201309:15

Beeindruckende Kulturgeschichte und eine eingebrockte Suppe

Die Abendgestaltung während unserer Chinareise ist eigentlich immer gleich: Wir fliegen. Diesmal weiter von Dalian nach Xi’an, Hauptstadt der Provinz Shaanxi. Shaanxi ist Partnerregion Thüringens und so holen uns offizielle Vertreter der Provinzregierung vom Flughafen ab. Leider sind wir wieder etwas verspätet, so dass ein kulturpolitischer Termin gestrichen werden muss: Die Besichtigung der Großen Wildganspagode. Die Pagode ist ein Tempel aus dem 7. Jahrhundert und Geburtsort des chinesischen Buddhismus. Das Gebäude prägt das Stadtbild und man spürt die Achtung vor diesem kulturellen Erbe. Von der Pagode bis zu den Bergen steht kein Hochhaus im Weg. Kein Haus darf in diesem Stadtzentrum die Sicht von der Pagode über die Stadt verbauen.

Wir sind jetzt in der Mitte des Reichs der Mitte angekommen. Xi'an war über ein Jahrtausend lang die Hauptstadt Chinas. Von hieraus begann die Seidenstraße und schon zur Kaiserzeit war es eine Millionenstadt, wahrscheinlich zu seiner Zeit sogar die größte Stadt der Welt. Neben Kunst und Kultur kommen viele Köstlichkeiten der Küche von hier, neben den leckeren Dumplings zum Beispiel auch die Nudeln. Wahrscheinlich hat Marco Polo sie von hier aus mit nach Italien genommen und so den Siegeszug der Spaghetti ausgelöst.



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