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Gegen Erinnerungslücken
Unsere geDenken-Veranstaltung im Hirschgarten ist gut gelaufen und ich möchte mich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben. Eine Auswahl an Fotos gibt’s auf der flickr-Seite der Fraktion und bei YouTube gibt es ein Video. Insbesondere danke ich Elfriede Begrich, Walter Homolka und Aiman Mazyek dafür, dass sie nach Erfurt gekommen sind, um das Gedenken mitzugestalten. Tagebuchleser wissen, dass die drei beim Kirchentag mit mir diskutierten und ich habe mich gefreut sie zusammen wiederzusehen, auch wenn der Anlass ein sehr trauriger ist.
Beschäftigt hat mich an diesem Montag aber auch das merkwürdig selektive Erinnerungsvermögen von Bernhard Vogel an seine Zeit als Ministerpräsident von Thüringen. Manche Erinnerung aus der zweiten Hälfte der 1990er Jahre scheint bei ihm arg verblasst zu sein. Anders ist Vogels Interview in der „Thüringer Allgemeinen“ vom 28.11., das ich mit Erstaunen zur Kenntnis nehme, nicht zu interpretieren. Über weite Strecken stellt es vor allem eine Reinwaschung dar. Selbstkritik ist nicht Vogels Stärke. Er habe die Gefahr von rechts „nie unterschätzt“, sagt er im Interview. Ich erinnere mich dagegen sehr genau – an ungute Ereignisse und vor allem an das damalige Klima, das auch Bernhard Vogels Rolle als Regierungschef zumindest in einem anderen Licht zeigt. Ich helfe ihm gern nach, sich zu erinnern.
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Gute Entscheidung

Das Wochenende diente letzten Absprachen für die geDenken-Veranstaltung heute im Hirschgarten. Außerdem war ich am Samstagabend bei der Verleihung des Thüringer Verdienstordens in der Staatskanzlei. Der Orden ist die höchste Auszeichnung, die das Land Thüringen vergeben kann und ich denke der Preisträger, Wolfgang Nossen, hat sie wirklich verdient. Wolfgang Nossen hat sich nicht nur mit schier endloser Energie für die Jüdische Landesgemeinde eingesetzt, sondern er hat sich auch immer deutlichst gegen Rechtsextremismus engagiert. Insofern passt die Ehrung auch in die Zeit, denn der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus kann nicht genug ermutigt werden. Am Rande sei gesagt, dass ich mich auch darüber gefreut habe, dass die Ministerpräsidentin in ihrer Laudatio für Wolfgang Nossen auch mir für meine Arbeit in diesem Bereich gedankt hat.
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28. November – 16:00 Uhr – Erfurt – Hirschgarten
Die Vorbereitungen für die Gedenkveranstaltung am Montag laufen auf Hochtouren und ich möchte das Tagebuch gern einfach noch einmal nutzen, damit möglichst viele Leute aufmerksam werden, sich dem Aufruf anschließen und am Montag in den Erfurter Hirschgarten kommen. Hier der Link zur Webseite, wo man auch die Personen findet, die den Aufruf unterstützen. Ich bin sehr froh, dass alle Eitelkeiten bezüglich Ämter, Mandaten und Funktionen zurückgestellt wurden und da einfach nur Namen stehen. Das macht es hoffentlich auf für andere leichter, einfach dazuzukommen.
Mit der Schreibweise GeDenken soll deutlich gemacht werden, dass es nicht nur darum geht, die Toten zu ehren und Vergangenes zu reflektieren, sondern wir müssen auch nach vorn schauen. Das heißt sich immer wieder gegen Alltagsrassismus zu engagieren und jeder Form von Rechtsextremismus entschieden entgegenzutreten.
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Gedenken und Handeln

- Bildrechte: Abraham Geiger Kolleg
Mein Mittwoch beginnt mit einer Zusammenkunft zur Vorbereitung der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nazi-Terrors. Vertreter vieler Organisationen sind zusammengekommen, aber uns ist schnell klar, dass wir nicht als Vereine, Parteien oder Religionsgemeinschaften zum Gedenken aufrufen wollen, sondern als Einzelpersonen, einfach als Menschen. Schließlich geht es nicht um das Nebeneinander von Organisationen sondern um gemeinsame Aufarbeitung. Die Gedenkveranstaltung soll am nächsten Montag ab 16 Uhr im Erfurter Hirschgarten stattfinden. Inzwischen gibt es eine Webseite, wo man den Aufruf nachlesen und unterstützen kann. Ich würde mich freuen, wenn viele TagebuchleserInnen sich dem anschließen könnten.
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Braunes Erbe der DDR?

Den Dienstagvormittag verbringe ich mal wieder im geheimsten aller geheimen Landtagsgremien und darf nur sagen, dass darin nicht über den Rechts-Terrorismus, den Verfassungsschutz oder ähnliches gesprochen wird. Nein, es geht um keines der aktuellen Themen. Und für alle Verschwörungstheoretiker: Es geht auch nicht um Außerirdische – was ich manchmal ein wenig bedaure.
Der Rest des Tages ist wieder von viel Kleinklein geprägt, Medienanfragen, etc. Außerdem beschäftigt mich nach wie vor eine Aussage von Freya Klier, wonach DIE LINKE als Nachfolgerin der SED eine Mitverantwortung für die Entstehung des Nazi-Terrors habe. Ich kann verstehen, dass die Debatte an manchen Stellen emotional wird, aber diese Argumentationskette haut einfach nicht hin. Es ist eine unerträgliche Polemisierung gegen meine Partei und angesichts der Tatsache, dass wir mit Abstand am meisten von allen Parteien unter Bedrohungen von Mitgliedern und Anschlägen auf Büros zu leiden haben, finde ich es richtig mies.
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