20. Mai 2011

Hat die LINKE ein Antisemitismusproblem?

Bodo Ramelow widerspricht der sehr verkürzten Darstellung, dass die Partei DIE LINKE ein strukturelles, gar verfestigtes Antisemitismusproblem habe.

Unstrittig gebe es in Deutschland Antisemitismus nicht nur unterschwellig. Dieser sei „ein Problem der gesamten Gesellschaft, aus deren Mitte er immer wieder entsteht“, betont der Fraktionschef der LINKEN im Thüringer Landtag. Dabei sei natürlich auch die LINKE, wie alle in der Gesellschaft verankerten Parteien, nicht frei von vereinzelten, in diese Richtung wirkenden inakzeptablen Grenzüberschreitungen. Gregor Gysi habe sich bereits vor einiger Zeit in einer grundlegenden Rede klar dagegen positioniert.

„Es kommt immer wieder darauf an, jeglichen antisemitischen Tendenzen, Äußerungen und Umtrieben entschieden entgegenzutreten“, erklärt Ramelow und verweist auf die „nun wirklich eindeutige und schnelle Reaktion“ der LINKEN Bundesvorsitzenden Gesine Lötzsch z.B. auf nicht hinnehmbare Israel-Boykott-Aufrufe. „Für solche Hasstiraden gibt es keinen Platz in der LINKEN“, unterstreicht der Fraktionschef mit Blick auch auf die von Thüringen gestarteten bundesweiten Stellungnahmen und Initiativen in der Partei, denn „es gilt auch für uns, dass wir uns immer wieder hinterfragen müssen“.