Haben Besseres zu tun…
Neues Deutschland, 9./10. Januar 2010, Seite 4
Zu “Öffentliches Dazwischenhauen haben wir genurg” (ND vom 7.1.)
Das Interview mit Gesine Lötsch halte ich für zielführend und erhellend. Ich freue mich über ihre Antworten, deren Geist und Inhalt ich ausdrücklich unterstütze. Befremdet bin ich allerdings über eine Fragestellung, durch die eine falsche Information verbreitet wird. So wird es als vermeintliche Tatsache dargestellt, dass durch mich eine “Nachfolgedebatte “ in der LINKEN eröffnet worden sei. Dazu kann ich nur feststellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt eine Nachfolgedebatte eröffnet habe.
Ich unterstütze den Vorschlag von Oskar Lafontaine, eine Doppelspitze zu wählen. Es wäre positiv, wenn in der LINKEN die Debatte zu dieser Doppelspitze intensiv geführt würde, denn wir brauchen beim Rostocker Parteitag dafür eine qualifizierte Mehrheit.
Anstatt in mir den Verursacher von etwas zu suchen, was nicht stattgefunden hat, können doch meine tatsächlich unterbreiteten Vorschläge aufgegriffen werden: 1. Programmdebatte, 2. eine geschlechtsspezifische Ost-West-Doppelspitze, 3. die systematische Vorbereitung eines geordneten Generationswechsels durch Lothar Bisky, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine gemeinsam. Hier geht es um eine Weichenstellung für 2013, denn unsere Partei ist gut beraten, jetzt über personelle Perspektiven für die Zukunft nachzudenken.
Ich bedauere, dass in der Chefredaktion des ND diese sachlich leicht nachprüfbaren Informationen beim Interview mit Gesine Lötsch nicht beachtet wurden. Wir haben Besseres zu tun, als uns öffentlich zu beschädigen und herabzusetzen. Für mich gehört zum Erfolg der LINKEN auch der Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.
Bodo Ramelow, Erfurt