Biografie

Bilder von Bodo als Kind

Ich wurde als Sohn einer studierten Hauswirtschaftsleiterin im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck geboren. Sie entstammt dem alten protestantischen Geschlecht der Fresenius. Mein Vater stammt aus einer alten Kaufmannsfamilie. Meine Familie übersiedelte nach dem frühen Tod unseres Vaters zunächst nach Rheinhessen, wo ich mit der 9. Klasse abschloss. Danach zog unsere Familie an die Lahn zwischen Marburg und Gießen.

In Gießen erlernte ich den Beruf des Einzelhandelskaufmanns. Die zehnte Klasse beendete ich auf der Kaufmännischen Schule Marburg, einer Berufsaufbauschule mit der Fachrichtung Kaufmann. Danach erreichte ich an der Fachoberschule Marburg in der 12. Klasse die kaufmännische Fachhochschulreife.

Ich absolvierte die IHK-Prüfung zum Ausbilder und arbeitete als Substitut zur Einarbeitung bei der Karstadt AG sowie beim früheren Kaufmarkt HaWeGe in Marburg-Cappel. Später wurde ich Filialleiter bei der Jöckel Vertriebs GmbH Marburg.

Von 1981 bis 1990 war ich Gewerkschaftssekretär in Mittelhessen. Um beim Aufbau der neuen Gewerkschaftsstrukturen in den neu hinzugekommen Bundesländern zu helfen, ging ich 1990 nach Thüringen.  Dort war ich bis 1999 Landesvorsitzender der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV).

Im Juni 1999 wurde ich für die PDS in den Thüringer Landtag gewählt, in dem ich bis 2005 mein Mandat hatte. Im September 2005 kandidierte ich bei der Wahl zum Deutschen Bundestag, dem ich bis zu meinem Ausscheiden, am 28.09.2009, als stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE angehörte.

Am 30. August 2009 errang ich das Direktmandat "Erfurt III" (Wahlkreis 26) für die 5. Wahlperiode des Thüringer Landtages. Als Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag wurde ich am 03. November zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne.

Meine Herkunftsfamilie - Die Fresenius

Bilder von Bodo als Kind

In der unten stehenden Datei findet sich ein Exkurs zu meiner Familiengeschichte, den Fresenius. Wie meiner Biografie zu entnehmen, entstamme ich dieser alten, protestantischen Familie.

Viel Spaß beim Lesen des Textes:

Familiengeschichte_Fresenius (gescannte PDF, 2,1MB)



9. August 2011

Tim und Struppi & ich

In der Zeitschrift "Comics & mehr", Ausgabe Nummer 62 (Ende 2009 veröffentlicht.),ist auf Seite 6 ein kurzer, lustiger Text zu mir und meiner Ähnlichkeit mit Tim von "Tim und Struppi".  Leider muss ich mitteilen, dass bis heute kein Produzent an mich heran getreten ist, um mir die Rolle des Tim in einer Verfilmung anzubieten. Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als hier in Thüringen weiter Politik zu betreiben und mich für die Menschen und deren Anliegen stark zu machen.


Für eine vergrößerte Darstellung des Bildes bitte einfach auf die Vorschau links klicken.


1. August 2009

Fragen an Bodo Ramelow

Was Sie schon immer mal wissen wollten

Wollen Sie wissen, wer Bodo Ramelow schon das Leben rettete, welche Idole er hat oder was er mit auf eine einsame Insel nehmen würde? Dann lesen Sie weiter, denn hier finden Sie garantiert die Antworten die Sie nicht erwarten.


Gibt es einen Satz, der Ihnen für immer in Erinnerung bleiben wird?
Aus dem Film „Casablanca“ der legendäre Satz „Spiel das Lied noch einmal, Sam!“ aus der berühmten Szene am Klavier.

Ein ganz persönliches Credo oder Lebensmotto?
„Es ist besser, eine Kerze zu entzünden, als die Dunkelheit zu beklagen.“ (Konfuzius)

Was wollten Sie schon immer werden?
Mein Sohn sagte mal im Kindergarten, sein Vater wäre von Beruf Geschichtenerzähler. Offenkundig haben ihn meine Geschichten, die ich oft im Kreis der Kinder erzählt habe, so fasziniert, dass er dies auch für meinen Beruf hielt. Als ich die Einschätzung meines Sohnes von der Kindergärtnerin hörte, war ich darauf sehr stolz. Das Erstaunliche war, dass die Kinder im Kindergarten die Erklärung meines Sohnes für glaubwürdig hielten.

Haben Sie Idole - gestern und heute?
Die Friedenspolitik und das persönliche Engagement und die Geradlinigkeit von Mahatma Gandhi und Nelson Mandela und die Widerborstigkeit eines Johannes Bückler (Schinderhannes) sowie die Ideenkraft eines Johannes Gensfleisch (Gutenberg) haben mich immer stark beeindruckt.

Ihr größter Traum?
Pilgern auf dem Jakobsweg. Und falls dieser weiterhin überfüllt sein sollte, gerade wegen des Erfolges von Hape Kerkeling, könnte ich auch den Zuweg zum Jakobsweg ab Ilmenau beginnen.

Ihr größter Erfolg?
Die Parteibildung zur Partei DIE LINKE, verbunden mit dem Wahlerfolg zur Bundestagswahl 2005, und für mich als Wahlkampfleiter die Wahlen in Hessen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg.

Ihre größte Niederlage?
Ein Tagesstreik einer Giessener Kaufhausbelegschaft im 89-iger Arbeitskampf gegen die Abschaffung des Ladenschlussgesetzes bzw. für einen geregelten Feierabend im Tarifvertrag. Dieser Tagesstreik wurde leichtfertig und prahlerisch ausgeplaudert und wurde dann zu einer traumatischen Erfahrung für die Beschäftigten. Da ich die Verantwortung für diesen Streik getragen habe, haben mich diese quälenden Bilder vom Streikbruch lange begleitet.

Ihr schönstes Erlebnis?
Mein Bruder hat mir mal das Leben gerettet. Als Kinder haben wir in Norddeutschland gelernt, auf großen Eisflächen Schlittschuh zu laufen. Bei einer solchen Gemeinschaftstour mit vielen Freunden zusammen bin ich im Eis eingebrochen. Da hat mein Bruder rasch und beherzt eingegriffen und das war sehr wirkungsvoll.  Die Jungs lagen flach auf dem Eis und ein ausgezogener Pullover wurde schnell zur Rettungsleine.

Ihr peinlichstes Erlebnis?
Ein wirklich geschmackloses Geschenk, das mir zuteil wurde und das ich voll peinlich fand. Ich habe es dann großzügig weitergegeben, doch leider hat es diese Person dann dem ursprünglichen „Schenker“ gezeigt. Peinlich, peinlich!

Welche drei Filme nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?
Roberto Benigni in „Das Leben ist schön“, „Clockwork Orange“ von Stanley Kubrick und, falls die Dreierkassette als eins durchgeht, „Herr der Ringe“.

Welches Buch muss mit?
Stefan Heym „5 Tage im Juni“. Es endet sinngemäß mit den folgenden Sätzen der Hauptperson:
Es wird viel von Schuld die Rede sein und wer wird schon aufstehen und auf sich zeigen und sagen: Auch ich war schuld. Aber wie mächtig wird der Feind, wenn man alle Schuld dem Feind zuweist, ohne seine eigenen Fehler zu bedenken.
Diese Sätze haben mich oft motiviert, denn sie verweisen auf unsere ureigenste Verantwortung.

Sie haben die freie Wahl: Für was oder wen würden Sie Werbung machen und wie?
Für meinen Freund Hansi von Märchenborn. Vor dem würde ich herzlich gern als Ausscheller herlaufen, um viel Kindervolk anzulocken.

Haben Sie einen Werbe-Favoriten? Eine herausragende Werbeanzeige oder einen herausragenden Werbefilm?
Angesichts der aktuellen gesellschaftskritischen Debatten und der Neubewertung des Finanzmarktkapitalismus ist es schon sehr mutig, Fidel Castro, Karl Marx und Che Guevara gemeinsam auftreten zu lassen mit dem Kernsatz: “It´s time for a new revolution.”
Mit dem Dacia Logan, MCV bekommen wir einen nachdenkenswerten Satz frei Haus geliefert.

Was ist Ihre aktuelle Cool-Site im Web? Für die Vernunft, Zum Spaß, Zum Träumen.
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau, was mit diesem „Techno-Sprech“ gemeint ist. Die von mir am meisten genutzten Webseiten sind allerdings Wikipedia, YouTube und GoogleNews.de.

Und was wäre Ihre erste Amtshandlung als Ministerpräsident von Thüringen?
Selbstverständlich den Amtseid leisten und dann die erste Kabinettssitzung leiten.

22. September 2007

Fragen von Kindern an Bodo Ramelow

Sind Sie froh, ein Politiker zu sein?

Am 22. September 2007 fand in Gera der 1. Thüringer Kindergipfel statt. Aus diesem Anlass haben Kinder Fragen an die teilnehmenden Abgeordneten gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Bodo Ramelow.



Haben Sie Familie?
Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne.

Wo wohnen Sie?
In Erfurt und Berlin.

Welche Hobbies haben Sie?
Wandern, Radeln, Lesen und viel zu selten mal in die Sauna gehen.

Welche Farbe ist Ihre Lieblingsfarbe?
Rot, aber Blau ist auch sehr schön und ein leuchtendes Gelb auf einem Rapsfeld im Frühjahr ist wunderschön.

Was essen Sie am liebsten?
Italienisch (weil meine Frau das toll kocht) und seit unserm Besuch in China weiß ich, was tolles Chinesisches Essen ist. Ich esse aber auch mit vergnügen Thüringer Küche.

Welche Musik hören Sie am liebsten?
Klassik und Jazz aber auch gerne Rockmusik der 60er. Zum entsetzen meiner Frau höre ich ab und zu Brassmusik (große Blechbläserbesetzung, viel Blech).

Welchen Beruf haben Sie gelernt, bevor Sie Politiker wurden?
Kaufmann und Ausbilder sowie eine Fachausbildung im Weinbau.

Verstehen Sie Spaß?
Na klar!

In welcher Partei sind Sie?
Die Partei heißt „Die Linke“ und ich habe tatkräftig mitgeholfen diese Partei entstehen zulassen.

Seit wann sind Sie Politiker?
Seit 1999, da bin ich zum ersten Mal in den Thüringer Landtag gewählt wurden.

Wie heißt Ihre genaue Funktion?
Mitglied des Deutschen Bundestages, Stellvertretender Vorsitzender der Fraktion „Die Linke“ und Bundeswahlkampfleiter der Partei.

Und was machen Sie da genau?
Ich koordiniere die Abläufe in der Fraktion. Dazu kommt das Zusammenspiel aller Fraktionen unserer Partei (Bund\Länder\Kommunen). In der Partei organisiere ich die Wahlkämpfe.

Sind Sie froh, ein Politiker zu sein? Wenn ja, warum?
Ja ich bin gerne Politiker. Mir macht es Spaß Dinge beeinflussen zu können die Menschen hilft.

Haben Sie viel Stress?
Ja, habe ich aber selbst zu verantworten. Ich bin der Einzige der mich antreibt.

Haben Sie viel Spaß bei der Arbeit?
Ja, durch eine Tätigkeit die ich selber wollte und die mich erfüllt. Auch wenn es mal stressig ist und turbulent, kann ich mich so einbringen wie ich es mir immer gewünscht habe.

Was macht als Politiker keinen Spaß?
Es gehört alles dazu, auch das Unangenehme! Es geht nur ganz oder gar nicht. Da ist es schon komisch und schwierig immer “öffentlich” zu sein.

Verdienen Sie viel Geld?
Ich verdiene gut, muss aber auch gut Haushalten. Denn ich muss mit meinem steuerfreien Einkommen auch die Wahlkreisbüros und die Arbeit vor Ort finanzieren.

Streiten Sie sich oft mit anderen?
Ich gelte als “harter Hund”. In einem Buch werde ich als “Zuchtmeister” der Partei bezeichnet. Ich möchte nicht streitsüchtig sein, aber ich gehe zu Klärungszwecken auch mal einem Streit nicht aus dem Weg.

Arbeiten Sie gerne mit Kindern?
Kinder machen mir große Freude. Im Landtag hatten die Kinder die zu Besuch kamen immer Vorrang. Da bin ich auch mitten in einer Besprechung erst mal mit Kindern spielen gegangen. Früher habe ich viel aktive Jugendarbeit geleistet.

Was denken Sie über Kinder und Jugendliche?
Nur das Beste! Wenn’s mal Problem gibt muss man sich als Erwachsener darum kümmern. Für Kinder und Jugendliche sollte es aber mehr Angebote und mehr Zutrauen geben. Kinder sind heute im technischen Bereich schlauer als die Erwachsenen. Da kann man voneinander viel lernen.

Wie fanden Sie Ihre eigene Kindheit?
Spannend und schön, wenn sie auch hart war. Mein Elternhaus war arm und meine Mutter musste schwer Arbeiten damit es für alle vier Kinder reichte. Einschließlich für die Schul- und Berufsausbildung. Mein Vater war schwer krank und verstarb früh. Das war für mich sehr traurig.

Warum sind Sie gerne beim Kindergipfel?
Weil ich es spannend und interessant finde, was Kinder denken und welche Erwartungen sie an Erwachsene, aber auch an Politiker haben.