Bodo Ramelow beim SDS.Heidelberg - Veranstaltung zum Föderalismus
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Ramelow ist ein optimaler Vortragender: Sein Blick richtet sich ans ganze Publikum, wobei er wohlfeil und verständlich seine Erfahrungen, Kritik und Zukunftsvorstellungen erklärt. An für ein “bologna"-genormtes Turbostudium an den Universitäten herumhastenden Studenten sieht er, wie Bildungsziele unnötig aufgegeben wurden zugunsten eines Studiums, vom dem die Studenten selber nur noch sagten, es wäre “Bulimie-Studieren”: Einpauken, Rauskotzen, Vergessen.
Auch das verbreitet übliche “Prekariat” für wissenschaftliche Mitarbeit an Universitäten sei ein schlechter Umgang mit Menschen an den Universitäten. Und das Dienstpersonal an Schulen und Universitäten durch billige Dienstleistungsfirmen zu ersetzen oder ganz zu streichen, sei eine sinnlose Zerstörung des sozialen Kontextes von Lern- und Studien-Einrichtungen.
Bildung, die für alle offen ist, finge schon im Kindergarten an und fordere längeres gemeinsames Lernen an den Schulen. Und das ganze muss kostenlos sein: Nicht Sparzwänge wie die ohnehin von Anfang an von den Regierenden umgangene “Schuldenbremse” gehörten im Grundgesetz festgeschrieben, sondern ein großzügiges Minimalbudget für die Bildung.
Fragen beantwortet Ramelow ruhig, gewissenhaft und genau.
Es muss schon grobe Dummheit der thüringischen Politiker anderer Parteien gewesen sein, so ein Talent nicht in die Regierung zu holen. Die letzte Landtagswahl hätte ihnen das Mandat dazu gegeben.